EU-Taxonomie in der Baubranche: Bleibt der Großhandel kreditwürdig?

Shownotes

Die EU und ihre vielen Gesetze und Verordnungen: Wir alle verlieren da schon mal den Überblick und das Interesse. Mit der EU-Taxonomie sollten sich Unternehmen unserer Branche – der Renovierungs- und Sanierungsbranche – aber unbedingt beschäftigen. Das Regelwerk legt nämlich fest, welche wirtschaftlichen Tätigkeiten von Unternehmen ökologisch und nachhaltig sind.

Das ist auch für Hersteller und Großhändler wichtig. Denn: Das Nachhaltigkeitsprofil von Unternehmen spielt eine große Rolle, wenn Banken heute Kredite vergeben. Was das für konkrete Auswirkungen hat, diskutieren die Hosts Bert Bergfeld und Jochen Lange mit Torsten Jäger, Leiter Sustainable Finance, beim Bundesverband deutscher Banken (BDB), und Antonin Finkelnburg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Hören Sie rein. Es lohnt sich.

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00:00:00:

00:00:05: Sanierungsfall, der BtoB Podcast vom GHF für die Renovierungs- und Sanierungsbranche.

00:00:13: Mit Bergfeld...

00:00:14: ...und

00:00:15: Lange!

00:00:22: Jürgen?

00:00:23: Bert?

00:00:24: Moin.

00:00:25: Tag

00:00:26: da sind wir wieder.

00:00:27: Richtig wurde auch wieder Zeit.

00:00:29: Heute haben wir die Episode drei unseres Podcasts.

00:00:34: Ich hätte beinahe gesagt ein spannendes Thema, aber ich glaube das ist nicht die richtige Wortwahl.

00:00:38: Ich glaube die richtige Worte wäre ein durchaus ernstes Thema aus Sicht des Großhandels, nämlich die EU-Taxonomie.

00:00:49: und naja, das hört sich an der Stelle vielleicht noch nicht so super sexy an.

00:00:55: Was das Thema Gesetzgebung angeht, wenn wir uns den Subtitel dieses Podcastes ansehen bleibt der Großhandel kreditwürdig Fragezeichen.

00:01:04: Dann wird da so langsam Schuh draus?

00:01:06: Ja genau Bert die EU Taxonomie ist ein Regelwerk der Europäischen Union und dieses Regelwerk legt fest welche wirtschaftlichen Tätigkeiten von Unternehmen ökologisch und nachhaltig sind.

00:01:19: Das ist auch für Hersteller und Großhändler wichtig, denn die Taxonomieregeln sind vielleicht nicht das Entscheidende.

00:01:26: Wenn Banken heute Kredite vergeben aber das Nachhaltigkeitsprofil von Unternehmen spielt trotzdem eine große Rolle.

00:01:34: Aber Jochen bevor wir an der Stelle wirklich einsteigen wollen wir unsere beiden Gäste begrüßen denn wir haben uns wieder zwei Gästen oder zwei Spezialisten an der stelle eingeladen Und den einen kenne ich ganz gut.

00:01:50: Er ist der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandeldienstleistungen, also das BGA und da ist er GF auch seit vielen Jahren Mitglied.

00:02:03: Antonin Finkelburg ist sein Name.

00:02:05: Antoni, herzlich willkommen!

00:02:06: Ich freue mich sehr, dass du da bist.

00:02:08: Hallo Bert, freu dir es ganz meinerseits.

00:02:10: Freue mich auf die Sendung.

00:02:11: Unser zweiter Gesprächspartner is Thorsten Jäger.

00:02:16: Hallo Thorsten.

00:02:17: Hallo!

00:02:19: Thorsten Jäger ist beim Bundesverband Deutscher Banken und ist dort Leiter Sustainable Finance, er ist dort der zentrale Ansprechpartner für Nachhaltigkeitsthemen im Bankensektor.

00:02:34: Was macht Thorsten Jäger dort mit seinem Team?

00:02:38: analysiert und kommentiert der Gesetzes- und Regulierungsvorhaben in Deutschland, Europa und auch weltweit?

00:02:45: Die den Übergang zu einer ressourcenschonenden Wirtschaft gestalten sollen.

00:02:50: Und da geht es vor allen Dingen auch um das Thema Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen.

00:02:56: Freue mich sehr hier zu sein!

00:02:58: Danke schön.

00:02:59: Warum beschäftigen wir uns?

00:03:00: Warum haben wir uns das Thema EU-Taxonomie nun rausgegriffen aus der Vielzahl von Verordnungen und Gesetzen, die wir zwischenzeitlich ja aus Brüssel insbesondere auch zum Thema Nachhaltigkeit bekommen.

00:03:13: Da bin ich so ein bisschen dran schuld weil mich das Thema wirklich triggert.

00:03:17: Und warum triggelt mich das?

00:03:20: Alle unsere Zuhörer, die drei Tage oder drei Jahre länger in unserer Branche sind wie ich Die kennen das Thema vielleicht, die haben so ein kleines Déjà-vu.

00:03:30: Das hieß mal in den Neunzigern Basel I und Basel II.

00:03:34: Und was ist da passiert?

00:03:38: im Kern?

00:03:39: Wurde auf einmal der Farben- und Bomenbelagsgroßhandel Richtung Bau geschoben und Richtung Bauwirtschaft geschoben.

00:03:48: Und das hat wirklich zu Problemen geführt, auch im Scoring maßgeblich zu Problemem geführt weil die Banken gesagt haben naja also Bauwirtschaft ist irgendwie so ein Schmuddelkind da will man nicht unbedingt mit spielen und ihr seid ja auch Bauwirtschaft.

00:04:04: obwohl schon in den neunzigern die allermeisten Großhändler maßgeblich eben in der Renovierung und Sanierung tätig war haben wir eben auch bewusst zu dieser Zeit gesagt, naja also wir sind eben baunahe und wir sind Renovierungen Sanjong aber wir sind nicht Bauwirtschaft.

00:04:20: Deshalb triggert mich das so!

00:04:23: Und als ich das Thema EU-Taxonomie zum ersten Mal – es ist ja doch schon wieder ein bisschen hergehört habe – hab' ich gesagt oh oh lass uns da mal darüber reden.

00:04:32: kommt da nicht etwas auf den Großhandel zu?

00:04:36: und wir wollen das heute auch mal ein bisschen ausarbeiten ob es auch eine positive oder hauptsächlich vielleicht auch eine positive Variante an der Stelle für den Großhandel haben kann.

00:04:45: Thorsten, vielleicht erklärst du uns mal EU-Taxonomie was ist denn das jetzt im Kern?

00:04:50: Also erst einmal das Wort Triggern ist ja schon am Anfang gefallen.

00:04:54: also auch die Taxonomie ist oft ein Triggerthema und wir bemühen uns immer sehr tatsächlich klarzustellen, zu erläutern.

00:05:04: Was ist sie und was ist sie vor allem nicht?

00:05:06: In meiner Wahrnehmung gibt es viele Missverständnisse auch mit der Taxonomie.

00:05:11: die können wir gerne heute auch mal ein bisschen ausräumen.

00:05:14: aber vielleicht erstmal was ist das?

00:05:15: ist ein Orientierungsrahmen einen Klassifizierungssystem dass definiert was sind nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten?

00:05:24: also einfach gesagt es ist eine Form einer gemeinsamen Sprache, ein gemeinsames Verständnis.

00:05:31: Was verstehen wir denn unter Nachhaltigkeit und zwar nachhaltigkeit vom Ende her gedacht?

00:05:36: Also dann bin ich schon nachhaltiger.

00:05:38: Ich bin nicht mehr auf dem Weg sondern ich gebe sozusagen mit der Taxonomie das Ziel vor.

00:05:43: sie hat also damit auch einen relativ hohen Anspruch.

00:05:47: Das sieht man dann auch an den Kriterien die zugrunde liegen.

00:05:49: aber vor allem ist sie eben wissenschaftsbasiert schaut sich halt für verschiedene Aktivitäten an.

00:05:56: Was muss ich denn erreichen, um nachhaltig zu sein?

00:05:59: Und das ist erstmal auch was Gutes, was es so vorher noch nicht gab.

00:06:04: Wie funktioniert sie?

00:06:05: also erst die erste Einschränkung, die man glaube ich machen muss, dass sie nicht alle Branchen abdeckt sondern man fokussiert sich auf die Branchen, die ihm die größten Emissionen beispielsweise verursachen.

00:06:16: deswegen kann auch nicht jeder sich wiederfinden mit seinem Unternehmen vielleicht in der Taxonomie.

00:06:22: Der hat drei Stufen.

00:06:23: Das erste ist, sind die sogenannten technischen Bewertungskriterien.

00:06:27: also ich muss quasi einem von sechs Umwelt zählen muss sich die Kriterien erfüllen.

00:06:35: Das sind Klimaschutz, das ist aber auch Anpassung an den Klimaschutz.

00:06:38: Das ist Schutz von Wasser und mehr Ressourcen, Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung und letztendlich auch Biodiversität.

00:06:46: Dafür gibt es für jede Branche dann einzelne Kriterie, die sehr detailiert darlegen wann ich das erfülle.

00:06:52: Die zweite Stufe ist das sogenannte Do-Know Significant Harm.

00:06:57: also Ich darf wenn ich selbst Kriterien erreiche darf ich andere Umweltziele nicht wesentlich beeinträchtigen.

00:07:05: Das muss also auch geprüft werden, auch dafür gibt es wieder technische Kriterie.

00:07:09: und letztendlich die dritte Stufe ist dass sich auf Unternehmensebene bestimmte Social Safeguards erfülle.

00:07:16: Also eben beispielsweise im bei dem Menschenrechtsbereich keine großen Themen habe.

00:07:22: All das muss ich erfüllen und dann hab' ich eine sogenannte Taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivität, über die ich dann auch berichten

00:07:30: kann.".

00:07:31: Und berichten muss?

00:07:34: Zumindest die, die im Anwendungsbereich liegen.

00:07:36: genau also dass vielleicht vorne weg mit dem Omnibus hat man das jetzt auch zurückgestutzt.

00:07:44: es sind also nur noch... wenige Unternehmen in Deutschland und in der EU, oder vergleichsweise weniger Unternehmen überhaupt berichtspflichtig verpflichtend.

00:07:53: Das gilt sowohl für die Nahhaltigkeitsberichterstattung als auch eben auch für die EU-Taxonomie.

00:07:59: Der Schwellenwert ist tausend Mitarbeiter und ein Umsatz von vierhundertfünfzig Millionen Euro pro Jahr.

00:08:06: also da sieht man schon das sind tatsächlich die großen Unternehmen die eben künftig auch verpflichtende hier zu berichten müssen

00:08:13: Und egal in welcher Branche Thorsten, das geht sozusagen branchenübergreifend.

00:08:18: Genau!

00:08:19: Also auch Banken sind da genauso von Betroffen und müssen eben zur Taxonomie berichten.

00:08:24: wir haben ein paar andere Kennzahlen als die Wirtschaft weil natürlich unser Geschäftsmodell anders funktioniert.

00:08:31: aber im Kern sind alle gleich betroffen die zumindest diese Größen-Schwellen auch überschreiten.

00:08:37: Die beiden Kriterien müssen beide erfüllt sein?

00:08:41: Das ist kumulativ.

00:08:43: Also rein rechtlich würde man sagen, man muss erst mal groß im Sinne der Bilanzrichtlinie sein.

00:08:48: Genau.

00:08:48: Also mehr als zweihundertfünfzig Mitarbeiter haben, fünfzwanzig Millionen Bilanzum und fünfzig Millionen Umsatz.

00:08:54: Und dann kommt jetzt noch die zweite Schwelle dazu, dass man sagt eben ich muss mindestens tausend Mitarbeitende haben und ich muss halt auch vierhundert fünfzig Million Umsatzgrenze überschreiten.

00:09:06: Wobei wir eben bei anderen Regulierungen dieser Art schon ... erlebt haben, dass die Schwellenwerte letztlich auf dem Papier da sind in der Praxis aber dann doch sich solche Abfragen quer durch Geschiffsbeziehungen und Lieferketten weiter bewegen.

00:09:24: Wie so ein Schneeball der zunehmend zu einer Lawine wird.

00:09:26: und dementsprechend bin ich noch skeptisch ob und wie die Omnibusse auch bei der positiven Verbesserung der Schwellenswerte im Sinne der Wirtschaft, inwieweit sie sich tatsächlich auswirken und das spielbar wird.

00:09:41: Und

00:09:42: wann neben den großen Unternehmen in so einem Thema auch die KMUs wirklich fällig sind, den Anführungszeichen oder berichtspflichtig werden?

00:09:55: Denn wenn so ein System mal läuft und funktioniert mit großem Unternehmen funktioniert dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch dass man eben auf KMU an der Stelle zugreifen, auch immer da sein soll.

00:10:06: An der Stelle nicht?

00:10:07: Ja es ist ja größtmögliche Hebel also das vielleicht mal von außen betrachtet dass die Grünen und die NGOs und die Menschen den Klimaschutz wichtig sind.

00:10:19: Das sage ich jetzt wirklich wertfrei.

00:10:20: Es ist ein legitimes Ziel haben aus ihrer sich klügsten und größt möglichen Hebel gewählt nämlich einen der am Ende dazu führt eigentlich mit wenigen Playern die gesamte Wirtschaft davon erfasst wird.

00:10:37: Und die Frage, diese grundsätzliche ist das der richtige Weg auf dem Ziel voranzukommen?

00:10:43: Den können wir wahrscheinlich erst in fünfzehn oder zwanzig Jahren beantworten.

00:10:47: was wir jetzt eben merken es wie viele Begleiterscheinungen diese Regulierung insgesamt haben und dass auch das erfüllt mich mit großer Sorge.

00:11:00: Wir gehen mal, wir versuchen das mal jetzt auf die Baubranche und den Großhandel zu übertragen.

00:11:07: Antonin verstehe ich dich richtig?

00:11:09: Bedeutet dass wenn ein Hersteller zum Beispiel in der Bauindustrie der diese Kriterien erfüllt und da drunter fällt dann eben auch Forderung stellt an seine Geschäftspartner oder Lieferanten von Vorprodukten aber auch in die andere Richtung Großhandel, der seine Sachen dann vertreibt.

00:11:32: Also wir haben generell bei den Regulierungsthemen die vom Brüssel kommen und die dann national umgesetzt werden mussten wurden, haben wir fast überall diese Effekte, die wir merken das eben bei uns sich Mittelständler melden oder über unsere Mitgliedsverbände sich melden und sagen ich kriege hier Fragebögen, ich krieg hier Anforderungen, ich bekomme Dokumentationspflichten

00:11:53: etc.,

00:11:54: aber ich bin noch gar nicht betroffen Und betroffen sind sie eben über Umwege dann doch, weil sie eben letztlich die Daten liefern, die dann wiederum nach oben weiter gegeben werden müssen um so ein Bericht und so eine Dokumentation richtig ausfüllen zu können.

00:12:13: Also ursprünglich macht es jetzt nochmal beim Lieferkettengesetz, da war ja immer die lange Debatte, die wir politisch geführt haben.

00:12:20: Soll das über den ersten Kontakt sozusagen hinausgehen und in die tieferen Lieferketten?

00:12:26: Die Politik gesagt nein!

00:12:29: Nur das erste Glied der Kette ist berichtspflichtig aber die müssen ihre Daten wiederum kriegen, jemand anderer und dadurch dass wir so eine global vernetzte Wirtschaft haben erfasst das damit fast alle Und kaum ein Unternehmen kann es sich leisten einem Kunden zu sagen, ne mache ich nicht.

00:12:45: Es gibt ein paar aber viele sagen also entweder ich das nicht ausfülle bin ich raus und habe den Auftrag los.

00:12:51: deshalb muss ich's irgendwie machen.

00:12:54: Aber Thorsten nochmal klare Frage ist es so dass auf Sicht auch der Banken die EU-Taxonomie so auszulegen ist, dass ein Baustoffhersteller zum Beispiel oder ein berichtspflichtiges Unternehmen das auch in unserer Branche liefert.

00:13:12: Von mir sind Farbenherstellern und Wohnbelastherstelle am Ende im Rahmen seiner Berichtspflicht auch innerhalb seiner Lieferkette zur Richtung Verarbeiter Informationen bereitstellen

00:13:25: muss.".

00:13:27: Die kurze Antwort wäre ja und die längere ist, glaube ich, dass wir trennen müssen zwischen der Taxonomieberichtspflicht?

00:13:34: Da gibt es einen eigenen Delegierten-Rechtsakt dazu.

00:13:38: Und der Berichtspflicht zur Nachhaltigkeit nach der Corporate Sustainability Reporting Directive, CSAD kurz, genau die ja noch nicht umgesetzt ist in Deutschland.

00:13:51: aber da ist man dabei.

00:13:53: und Unternehmen, die eben nach der CSAD berichten müssen das sind dann nur die angesprochenen großen Unternehmen.

00:14:01: Die brauchen natürlich Daten Die bekommen sie natürlich aus der Lieferkette.

00:14:08: Und was man jetzt mit dem Omnibus eingeführt hat, um diesen sogenannten Trickle-Down-Effekt auch zu begrenzen.

00:14:15: Dass eben die kleineren Unternehmen jetzt nicht mit Datenanfragen überhäuft werden ist der sogenannte Value Chain Cap heute viele englische Begriffe also man will ne Grenze oder man hat eine Grenze eingefürt dass man gesagt hat für das Berichtswesen soll ein Unternehmen, was eben selber zur Nachhaltigkeit berücksichtig ist, soll es die Unternehmen in der Lieferkette nicht mehr fragen als freiwillige Berichtstandards vorgibt.

00:14:40: Also es gibt abgestufte Berichtsstandards, einer ist der sogenannte VSEME, der sehr überschaubare Anzahl an Datenpunkten beinhaltet und das soll eben die Grenze sein.

00:14:54: Mir ist tatsächlich... nicht so richtig klar, wie man das rechtlich festzuhren will.

00:14:58: Weil natürlich wir in Deutschland weiterhin Vertragsfreiheit haben und meine Erwartung ist es ein Unternehmen was eben jetzt eine Informationsbedürfnis hat.

00:15:09: Das muss jetzt ja nicht nur das Berichtswesen sein sondern vielleicht auch fürs Risikomanagement dass das Unternehmen auch weiterhin Fragen stellen wird.

00:15:16: aber natürlich ist es erst mal ein Signal, dass man eben acht geben muss auf die kleineren Unternehmen in der Ressourcen mäßig in der Lage sind, überhaupt zu liefern und damit wird die EU das gesetzlichen Stück weit eingrenzen.

00:15:32: Jetzt habt ihr erklärt und dargestellt worum es geht.

00:15:38: Unsere Hörer sind Baustoffhersteller, Großhändler, Handwerker verarbeiter.

00:15:46: was ratet ihr ihnen vor allen Dingen?

00:15:50: dem Großhandel, fangen wir mal beim Großhandeln an.

00:15:56: Was sollen die tun jetzt mit diesem Thema?

00:15:58: Also erstmal den Verband ihres Vertrauens um Randfragen.

00:16:04: Das ist schnell beantwortet wer das ist!

00:16:08: Aber nein, also das ist unser Job.

00:16:11: Unser Job, mein Job ist es politisch dafür zu kämpfen dass die Probleme die damit einhergehen bekannt werden und dass die Politik in Brüssel wie Berlin anfängt umzudenken über Vereinfachung oder Abschaffungen nachzudenkern und sie hoffentlich irgendwann umzusetzen.

00:16:28: und der Job von Bert, den ich jetzt nicht erklären muss.

00:16:32: Aber ist natürlich auch sein Mitgliedern zu erklären was passiert da draußen?

00:16:36: Was kommt auf dich zu?

00:16:38: Diese praktische Umsetzung der doch sehr juristischen und sehr technischen Voraussetzungen das ist die, die am Ende extrem wichtig ist und das ist ein Beratungsjob.

00:16:47: Und da kann ich nur sagen geht nichts zu dem Kanzlein und geht nicht zu irgendwelchen Privatanbetern sondern geht erstmal zu einem Verband, der weiß in der Regel am besten Bescheid was jetzt zu tun ist.

00:16:58: Und Jochen, das muss die erste Erkenntnis sein auch für die Zuhörer im Großhandel.

00:17:08: gerne in der Zulieferindustrie, meldet euch wenn solche Anfragen kommen.

00:17:15: Wenn Stakeholder Informationen wollen die unterschiedliche Art sein können.

00:17:19: auch das ist etwas was wir an Information brauchen was auch der BGA an Informationen braucht aus dem echten Leben um tatsächlich auf der politischen Ebene mit der Bundesregierung mit anderen zuständigen solche Dinge real besprechen zu können.

00:17:35: dafür muss man sie tatsächlich wissen.

00:17:36: Ja, also ich bin jetzt nochmal ganz krokratisch.

00:17:38: das Beispiel.

00:17:39: Ich schweife ein bisschen ab, deshalb stoppt mich wenn es zu viel wird.

00:17:42: In der letzten Legislatur bin ich halt mit drei dicken Leitsordner und voller Fragebögen ins Kanzleramt marschiert und habe dann mit dem damaligen Leiter Wirtschaftspolitik Kanmayer, der jetzt im Bundesfinanzministerium ist, mich dem auf den Tisch gelegt haben gesagt, dass ist das was bei... Mittelständlern und Kleinen in der Lieferkette ankommt.

00:18:00: Und die Augen wurden groß und größer, das sind genau die Beispiele.

00:18:05: also wenn wir wissen okay da hakt es ein reales Problem, da ist eine Überforderung.

00:18:09: gerne melden und ich nutze das nicht bringe das Traktor wirklich per Fuß in die Politik rein und wenn's sein muss auch nach zum zwölf.

00:18:20: Okay.

00:18:21: aber trotzdem Antonin gibt es Nenn mal bitte ein paar Beispiele, weil wir sitzen jetzt ja zusammen.

00:18:28: Wir haben die Hörer da draußen.

00:18:31: Was sind so die?

00:18:34: mit welchen Problemen kommen eure Mitgliedsunternehmen bei euch an?

00:18:40: zum Thema EU-Taxonomie?

00:18:42: Also bei der Taxonomie ist der bisherige Stand gewesen das viele zunächst mal sie gar nicht groß bemerkt haben.

00:18:51: Es waren viele andere Berichtspflichten, die konkreter und schneller auf die eingetreten sind sei es Siebem, sei es die Entwaldungsrichtlinie oder das Lieferkettending.

00:19:01: Die Taxonomie jedenfalls nach meinem Kenntnisstand kam immer dann erst tatsächlich in den Augenschein wenn man plötzlich eine Kreditfinanzierung ins Auge gefasst hat um mit seiner lokalen Bank gesprochen hat und plötzlich umfangreichen Fragebögen konfrontiert wurde.

00:19:21: Ich gucke jetzt auch mal Richtung Thorsten, der wahrscheinlich da noch sehr viel Mehrhinweise hat.

00:19:24: aber das heißt Taxonomie war für mich lange eine politische Debatte ohne wirkliches Feedback aus der Fläche also aus den Betrieben.

00:19:34: Aber es kam dann nach und nach und dann auch sehr laut und deutlich.

00:19:38: Also ich will vielleicht mal kurz erläutern warum wir Daten erheben.

00:19:43: Am Ende hilft das vielleicht, um es auch ein bisschen zu verstehen.

00:19:46: Also erst mal vielleicht vorweg gestellt wir machen wollen diese Transformation ja mit unseren Kunden zusammen also mit der Wirtschaft.

00:19:54: Wir sind begleiter wir stellen Finanzierung bereit wir sind aber auch Risikomanager am ende des Tages und dafür brauchen wir eben auch Daten.

00:20:02: Es gibt eigentlich drei Bereiche.

00:20:03: warum da eine Bahn oder drei Drei Beweggründe, warum eine Bank letztendlich Daten erhebt.

00:20:11: Das eine ist weil sie selber berichtspflichtig ist auch zur Taxonomie, zur CSAD.

00:20:17: das zweite ist das Thema Risikomanagement.

00:20:19: wir wollen natürlich verstehen welche Risiken kommen auf die Unternehmen zu?

00:20:23: Wir sind auch aufsichtig angehalten.

00:20:25: und der dritte Bereich ist dass es Banken gibt gerade die Großen beispielsweise NetZero-Ziele haben und sich eben verpflichtet haben, auch ihre finanzierten Emissionen schrittweise zurückzufahren mit den Kunden zusammen.

00:20:41: Das kann ich nur steuern wenn ich halt auch ein paar Daten habe und dafür müssen wir Daten erheben.

00:20:49: Das kann man über Berichte machen, jetzt haben wir ja besprochen dass weit aus weniger Unternehmen wahrscheinlich verpflichtend berichten werden.

00:20:59: dann bliebe noch der freiwillige Berichtstandard.

00:21:01: das ist auch ein Stück weit die Hoffnung und da würde ich tatsächlich Die Empfehlung geben an die Unternehmen, sich mal mit den Informationen oder mit den Datenpunkten auseinanderzusetzen.

00:21:14: Weil vieles was im VSME gefordert ist auch aus meiner Sicht heilgutend Risikomanagement oder auch guter Unternehmensführung.

00:21:23: Also sich mit diesen Dingen zu beschäftigen, wir hatten Eingangs ja auch das Thema Lieferketten, Abhängigkeit.

00:21:30: wenn wir eine Diskruktion erleben, Resilienz ist da, das Bus wird dieser Tage dann sind es erstmal von den Themen keine verkehrten Daten.

00:21:40: Und wenn der Kunde weder freiwillig berichtet noch die Daten über externe Anbieter zur Verfügung gestellt werden können, dann bliebe als letzte Möglichkeit tatsächlich über ein Fragebogen das zu erheben oder im Kundengespräch.

00:21:58: Das war natürlich so das Mittel der Wahl aber auch nicht bei allen Kunden sondern eher auch bei den größeren.

00:22:03: und jetzt muss man sehen wie es in Zukunft weitergeht.

00:22:07: wir hatten Vor ein, zwei Jahren hatten wir ESG-Datenkatalog erarbeitet wo wir mal dargestellt haben für die Wirtschaft welche Daten uns überhaupt interessieren.

00:22:18: Das sind halt immer viel weniger als die berühmten tausend zweiter Datenpunkte aus der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

00:22:24: aber da kriegt man eine Vorstellung was überhaupt Themen sind die Banken bewerten und die letztendlich dann auch Gegenstand von einem Kreditgespräch sein können.

00:22:34: Wobei eine Nachfrage?

00:22:36: Jetzt mal an das Pudelskern, hat heute schon diese Fragebogen bei den berichtspflichtigen Unternehmen Einfluss auf die Zinshöhe.

00:22:55: Auf die Rahmenbedingungen eines Kredits ja oder nein?

00:23:00: Also der Fragebogen an sich nicht sondern es geht darum dass wir quasi uns eine Idee entwickeln müssen.

00:23:08: Wie sieht es beim Thema ESG, beim Kunden aus?

00:23:11: Also wie sieht sein Profil aus?

00:23:13: also ist er auffällig oder unauffällige in den drei Dimensionen E, S und G. üblicherweise verwenden Banken dafür Scorings mit einem paar Datenpunkten die bewertet werden Und dann ist es tatsächlich sehr unterschiedlich, wie Banken damit umgehen.

00:23:30: Was die Aufsicht möchte, dass das am Ende natürlich berücksichtigt wird bei der Kreditentscheidung.

00:23:36: Aber wie das passiert?

00:23:37: Das ist tatsächlich eben sehr unterschiedliche.

00:23:40: Die erste Stufe könnte sein man guckt mal tiefer nahe.

00:23:44: Man hat vielleicht auch ein Komitee was sich in einer Bank dann nochmal spezieller damit befasst.

00:23:49: Manche Banken verschärfen Kreditbedingungen dann am Ende des Tages und es gibt auch schon Banken, die sagen wenn ich halt ein sehr auffälliges Profil habe.

00:23:59: Dann ändert sich auch was im Zinssatz denn dann hab' ich eben höhere Risiken.

00:24:05: Interessanterweise gab es letztes Jahr die EZB, die machte mal so eine Landing Survey Nindies und da hatten sie mal so grob getrennt zwischen Grünen- und Braununternehmen braune Unternehmen, wie auch immer man sie dann definiert.

00:24:21: Sowohl bei den Kreditvergabe-Standards als eben auch bei den kreditbedingungen im strengere Auflagen am Ende bekommen.

00:24:29: also dass das ist mir wichtig es ist nicht die Taxonomie die hier am ende steuerungsrelevantes oder die entscheidungsrelevantes sondern am ende geht es tatsächlich um Risiken.

00:24:41: und jetzt vielleicht noch mal so auf die Chancenseite auch mal geschaut Auch ein Unternehmen, was sich mit diesen Themen auseinandersetzt.

00:24:48: Also wie sieht mein Strommix aus?

00:24:51: Wo habe ich Abhängigkeiten?

00:24:52: Was kann mir passieren?

00:24:53: also diese Denke auch das wir banken tatsächlich auch noch anders machen müssen als vielleicht vor zehn Jahren.

00:24:59: Es ist viel stärker in Szenarien zu denken, was kann auf mich zukommen?

00:25:04: Wie wird sich die Welt ändern und wie kann ich mir das leisten?

00:25:06: Wie kann ich mich da aufstellen?

00:25:09: Und welche Maßnahmen kann ich letztendlich vorsehen?

00:25:11: Das sind so die Themen, die tatsächlich uns interessieren, dass es weniger ob der Unternehmer jetzt taxonomiekonform ist oder nicht.

00:25:19: Jetzt musst du nur noch mal erklären, was ein braunes Unternehmen ist.

00:25:21: Genau!

00:25:23: Jetzt wird's spannend.

00:25:25: Also wie gesagt, die EZB hat das jetzt relativ holzschnittsartig eingeteilt.

00:25:30: Das sind halt Unternehmen, die zum Beispiel jetzt eben hohe CO-Zweihemissionen haben.

00:25:36: Ich würde das jetzt vielleicht nicht... ich kann jetzt sich das Studiendesign eins zu eins wiedergeben aber am Ende geht es ja selbst dann wenn ich hohe Co-Zwei Emissionen habe um die Frage was will ich denn tun?

00:25:50: Also bin ich will ich mich zu transformieren und Das sind so die zwei Fragen, die man beantworten.

00:26:00: sollte.

00:26:00: Das kann man Transformations-Story nennen, das kann man auch Transitionsplanen nennen aber am Ende sind das die Themen, die uns interessieren und uns als Verband – auch das ist nochmal eine wichtige Botschaft war es immer wichtig und da haben wir die Taxonomie tatsächlich auch kritisiert dass wir ja sagen der Übergang in Richtung Klimaneutralität das ist ein sehr langer Prozess und wir müssen gerade die Unternehmen, die vielleicht heute noch Themen haben bei denen müssen wir an der Stange bleiben.

00:26:28: Es ist also keine Option für uns, sich jetzt haufenweise von Kunden zu trennen nur weil sie hohe Emissionen haben.

00:26:34: Sondern man muss diesen Weg begreiten und das hat eben beispielsweise die Taxonomie überhaupt nicht gut abgebildet?

00:26:40: Weil Sie ja nur eine Ja-Nein-Entscheidung ist.

00:26:42: ich bin taxonomiekonform oder Ich Bin es Nicht

00:26:46: Da habe ich ne Nachfrage dazu.

00:26:48: Ist denn eigentlich aus Sicht der Banken nur das eigene Verhalten des Unternehmens, sprich also das nachhaltige Verhalten ein entscheidendes Kriterium oder ist auch vorstellbar dass das Sortiment mit dem man sich beschäftigt.

00:27:07: Auch einen Einfluss haben kann.

00:27:10: Also will sagen Unternehmen wie in unserer Branche die sich ja nachhaltiger Sanierung beschäftigen, die also bestimmte Produkte vermarkten über das Handwerk.

00:27:21: Was wäre mit den Verbundsysteme angeht?

00:27:24: Die also auch grundsätzlich in das Thema Nachhaltigkeit reinfallen.

00:27:28: ist das auch ein Kriterium ob ich jetzt mit Autoteilehandel oder mit nachhaltigen Produkten die Energie einsparen können da draußen oder ist es erstmal egal?

00:27:39: Am Ende geht es um tragfähige Geschäftsmodelle.

00:27:44: Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, das ist eigentlich nichts anderes als man das bisher im Firmenkundengeschäft schon seit jeher gemacht hat.

00:27:51: also die Welt dreht sich tatsächlich eben im Moment ein bisschen schneller und man muss sich anschauen gibt es diesen Kunden in zehn Jahren noch?

00:28:01: Wenn ich als Bank der Meinung bin, das ist eine Branche die vielleicht eben tatsächlich sich transformieren muss und der Kunde sagt Ich sehe das nicht.

00:28:10: Dann habe ich natürlich ein Management Problem und das wird dann auch entsprechend berücksichtigt.

00:28:15: Am Ende ist wie gesagt der Kern die Frage, welche Risiken sind mit einer Finanzierung verbunden?

00:28:22: Und da hat man eben jetzt mit ESG den Blick noch ein Stück weit geweitet nicht nur so wie das klassische Rating wo ich quasi die Ausfallwahrscheinlichkeit bestimme und nach hinten schaue sondern eher tatsächlich noch viel mehr vorwärts gerichtet.

00:28:36: was kommt auf den Kunden zu?

00:28:38: welcher physischen Risiken hat er, welcher transitorisch?

00:28:42: Welche Themen gibt es vielleicht im Sozialen, also in der Lieferkette?

00:28:45: Das schaue ich mir an und wie gesagt bei auffälligen Profilen muss sich dann den entsprechenden nachsteuern.

00:28:52: Aber am Ende ist das ganz unterschiedlich von Branche zu Branche und die Fachexpertise hat natürlich der Firmenkunden Betreuer.

00:29:01: Wie ist das denn dann in der Baubranche?

00:29:02: Also das Ganze, die EU-Taxonomie, die Verordnung greift da.

00:29:08: seit Jetzt haben wir im Jahr ist es schon jetzt Veränderung, wenn ein Großhändler auf seine Hausbank zukommt.

00:29:21: Also einen Großhäntler aus der Baubranche, dass er, wenn er ein Kredit möchte eine Finanzierung möchte oder eine Anschlussfinanzierung wie auch immer das die Bank seinen Kundenberater ihm dann andere Fragen stellt.

00:29:34: Ich würde davon ausgehen, dass man zumindest das Themenfeld ESG in der einen oder anderen Form auch beleuchten.

00:29:42: Das ist ja eine regulatorische Anforderung.

00:29:45: Es hängt dann von der Bank ab, wie sie es umsetzt – also ob Sie jetzt ein Fragebogen hat?

00:29:49: Es gibt auch Banken die sagen ich erhebe das im Rahmen des normalen Kreditbeziehungen.

00:29:57: Dann ist es eine Frage, wie groß ist ein Unternehmen?

00:30:00: und es gibt zum Beispiel die regulatorische Erleichterung dass sich jetzt von Klein- und Kleinstunternehmen Beispielsweise weniger als fünfzig Mitarbeitern, dass es mir dann ausreicht für die Kreditgewährung auf die Branche zu schauen und insgesamt in so eine Branchenwerte zu nutzen.

00:30:16: Beispielsweise bei CO-Zweihintensitäten.

00:30:18: also das muss nicht immer ins Klein-Klein gehen aber daß das Thema eine Rolle spielt.

00:30:23: Das sollte eigentlich Standard sein heutzutage.

00:30:27: Und wie sieht dies in der Baumangeaus aus Sicht der Banken?

00:30:33: Das kann ich nicht im einzelnen Beurteilen.

00:30:35: Da sind wir als Verband tatsächlich zu weit weg.

00:30:39: Das ist halt eine Sachter, wie die jeweilige Bank das auch einschätzt.

00:30:44: Ich sage mal wir haben damit zu tun oder unsere Hörer haben damit zutun zum Beispiel Gebäude nachhaltiger zu machen fahren mit einem Wärmedämmenverbundssystem auf die Baustelle fahren aber und sorgen dafür dass das gebäude Nachhaltiger wird weil es Heizkosten einspart.

00:31:01: Aber der Handwerker oder der Großhämter fährt da mit seinem alten Diesel hin.

00:31:06: Ich würde vermuten, dass wir nicht in der Tiefe unterwegs sind.

00:31:10: Und an uns geht es ja darum, wenn wir ein Kredit gewähren ist das am Ende also bekommen wir unser Geld zurück?

00:31:16: Das ist so die Schlüsselfrage und

00:31:19: d.h.,

00:31:19: wir brauchen eben tragfähige Geschäftsmodelle.

00:31:22: Es muss halt erstmal... Also das Unternehmen muss solide dastehen.

00:31:26: Wenn ich mach mal das Extrembeispiel Wir haben was Supergrünes Ja, aber der Kunde hat halt keine gute Bonität.

00:31:34: Dann ist der Kreditprozess an der Stelle dann auch zu Ende.

00:31:37: nur weil was grünes wird es nicht finanziert und genauso wird nicht.

00:31:40: nur weil das jetzt vielleicht noch mit höheren Emissionen belastet ist, wird es von der Finanzierung ausgeschlossen.

00:31:47: Es geht immer um die Frage, dass ist der kredit?

00:31:49: sind die cash flows gesichert?

00:31:51: Und dann wird eine Finanzierung gewährt.

00:31:54: Es macht schon durchaus Sinn als Großhändler oder als Unternehmen dass sich auch über Banken finanziert, mit dem Thema proaktiv umzugehen und sich Gedanken zu machen wie das Ganze funktionieren soll.

00:32:08: Und sich nicht zwingend ich sag mal... Zu verweigern im Extremfall.

00:32:14: Richtig!

00:32:14: Das sehe ich genauso.

00:32:15: Ein weiterer Punkt ist ja auch hinter diesen zusätzlichen Berichtspflichten nenne ich sie mal ob es dann auch Pflicht ist oder freiwillig stecken durchaus Chancen also da Ein, sag ich mal ein von bis einen Spannungsfeld zwischen schwarze Reihe oder Schwarzmalerei Schreck gespenst.

00:32:37: Aber eben auch Chancen gerade in der Baubranche die natürlich viel CO² imitiert aber auch dadurch ja viel sozusagen Einsparpotenzial hat.

00:32:50: Thorsten, würdest du dem oder ihr beide Antonin und Thorsten?

00:32:53: Würdet ihr dem zustimmen oder seid ihr auf der einen oder anderen Seite zwischen Schreckgespenst und Chance.

00:33:04: Also ich finde es gut wenn man das Thema nicht als Kompleinsthema betrachtet sondern eben tatsächlich aus einer unternehmerischen Perspektive.

00:33:11: was bringt mir das also?

00:33:13: wo habe ich Risiken und wo hab ich Chancen?

00:33:16: und ich denke wenn man mal einsteigt man wird ja nicht dümmer Wenn man sich öffnet und dann mal mit den Themen beschäftigt, kann man auf jeden Fall Anhaltspunkte identifizieren, die eben meinen Geschäftsmodell nochmal vielleicht ein bisschen verändern.

00:33:31: Oder wo ich mich unabhängiger mache zum Beispiel von steigenden CO-Preisen?

00:33:35: Wo ich mich Unabhängige machen von der Entwicklung des Ölpreises?

00:33:39: Das sind ja ganz aktuelle Themen, die wir im Moment haben, die gar nichts mit ESG primär zu tun haben sondern einfach gutes Risikomanagement sind.

00:33:49: und ich denke dass man als Unternehmen genau da ansetzen muss zu schauen wo habe ich Verwundbarkeit und wie kann ich es lösen?

00:33:56: Und wenn ich dann beim Nachdenken bin, kommen mir vielleicht auch Ideen, wie ich vielleicht mein Produkt anders gestalten kann.

00:34:03: Was dann ja auch wieder eine Chance für neue Kunden, für andere Kunden oder für neue Märkte sogar eröffnet.

00:34:10: Also das ist sozusagen das große Plus bei dem ganzen Thema, dass man mal versucht... Anders aufs Thema zu schauen oder überhaupt den Blick zu weiten.

00:34:20: Und diese ganze Diskussion um Compliance und Berichtswichten, die haben... vielleicht nicht so gut getan, weil man sich sehr stark damit beschäftigt hat.

00:34:29: Wie man halbwegs durchkommt und insofern finde ich es erst mal gut wenn wir jetzt weniger Regulierung haben.

00:34:35: aber das Thema genau wie ihr beide sagt sollte man weiter betrachten und zwar nicht nur rein aus der Ich will die Welt verbessern sondern ich will mich halt solider aufstellen Und ich will halt für künftige Krisen gewappnet sein.

00:34:49: Ja Einspruch Aber nur bedingt.

00:34:55: Ich glaube, wir merken es gibt technologische Trends und Daten.

00:35:00: Und Auswertung von Daten und Nutzen von Daten ist ein Trend der extrem hilfreich ist und notwendig ist um in so einem neuen Welt zu überleben.

00:35:12: Die Nachhaltigkeit ist auch ein Trend aber für mich steht die Nachhaltlichkeit immer im Spannungsverhältnis zum Markt- und Wettbewerb.

00:35:22: Wir erleben eben Das werde ich jetzt den Bauma kurz rausnehmen, obwohl eigentlich muss ich gar nicht.

00:35:29: Wir erleben reihenweise Branchen wo die Frage ist will der Kunde das und will er das zu dem Preis zudem es anbietbar ist?

00:35:37: Und das finde ich.

00:35:39: mein großer Vorwurf an die EU und an die Bundesregierung ist dass sie oftmals Regulierungsziele setzen die Unternehmen einhalten sollen müssen den Wettbewerb und den Wunsch der Kunden zum Teil außer Acht lassen.

00:35:53: Und wir merken eben, wie viel im Augenblick überpreisgetrieben ist.

00:35:56: Ein Paradebeispiel aus einer anderen Branche?

00:35:59: Der Grüne Stahl!

00:36:01: Jeder Politiker lobt den Grünen Stahl aber kaufen tut ihnen bislang keiner.

00:36:08: Die Stahlunternehmen die das sich jetzt auf diesen Weg begeben haben sagen ja, aber ohne staatliche Mittel Komme ich nicht hin und ohne Begrenzung des Marktes durch feste Europakquoten komme ich auch nicht hin.

00:36:18: Und Industriestrompreis brauche ich auch noch, also das ist dann plötzlich gar nicht mehr Marktwirtschaft sondern eine gelenkte

00:36:24: Wirtschaft.".

00:36:26: Das ist so das Spannungsverhältnis.

00:36:27: was wo ich merke ja Nachhaltigkeit ist wichtig und ja auf jeden Fall hingucken sich damit beschäftigen und schauen welche Chancen man draus ziehen kann.

00:36:35: es gibt sie aber Nachhaltigkeit um jeden Preis unter Nichtberücksichtung des Markters.

00:36:41: oder Man muss nicht bei jeder Regulierung der Erste sein, der sie umsetzt.

00:36:45: Weil wir eben merken wie viel bei Regulierungen auch noch nachjustiert wird, wo dann plötzlich andere Schwellenwerte reinkommen und Dinge sich nochmal verändern.

00:36:52: Das ist glaube ich die anderer Seite in der Metaille.

00:36:55: Bevor wir jetzt auch abschließend sind eine Nachfrage Thorsten zu einer Antwort, die du vor dem Augenblick gegeben hast... Risikomanagement.

00:37:07: Kannst du noch mal sagen, warum bewerten Banken das das Risiko eines braunen Unternehmens oder eines Unternehms was viel emitiert?

00:37:17: Wieso ist das Risico höher?

00:37:20: also wir bei dem Thema aus dem Klimawandel und aus der Transformation in Richtung net zero resultieren Risiken.

00:37:33: Also ich bleibe mal, wir trennen das so einmal in die physischen Risiken und die transitorischen Risken.

00:37:38: Physische Risiken meint halt dass wenn die Erderwärmung zunimmt, dass dann eben Dürren häufiger sind.

00:37:43: Starkregenereignisse Überschwemmungen steigen da mehr mit des Spiegel.

00:37:47: also alle physischen Ereignisse.

00:37:49: Da kann man aber auch an sowas denken wie zum Beispiel chronischer Hitze Stress.

00:37:54: Nehmen wir jetzt die Tourismus-Branche, wenn es jetzt halt in Spanien beispielsweise dann im Sommer immer über vierzig Grad hat.

00:38:02: Könnte man sich ja fragen, reisen die Leute da noch hin oder ist ihnen das einfach zu warm?

00:38:06: und was macht das damit der Wirtschaft?

00:38:08: Das wäre der eine Teil.

00:38:09: Der andere Teil sind die transitorischen Risiken.

00:38:13: Da reden wir eben über ... Käuferpräferenzen über steigende CO-Preise, beispielsweise technologischen Wandel der natürlich bestimmte Geschäftsmodelle dann infrage stellt und wenn ich mich nicht anpasse verschwinde ich halt vom Markt.

00:38:31: Das Ganze ist aber mit einer sehr hohen Unsicherheit behaftet und das macht es halt so besonders bei diesen Risiken, wenn man jetzt über Klimarisiken spricht dass wir wahrscheinlich bei den physischen Risiken gute Erfahrungen haben und auch die Prognosen natürlich der Wissenschaftler relativ gut zutreffen, aber am Ende wissen wir tatsächlich nicht was passiert wenn bestimmte Kipppunkte erreicht sind.

00:38:53: Und bei den transitorischen Risken haben wir ein sehr hohes politisches Risiko.

00:38:58: Wir kennen zwar die EU-Klimaziele, wir kennen das Pariser Klimaschutzabkommen Wir haben vielleicht auch eine Vorstellung, wie sich CO-Preise entwickeln werden.

00:39:07: Aber ob es tatsächlich so kommt?

00:39:09: Das wissen wir nicht!

00:39:10: Man muss sich erst mal damit befassen... Und wenn man zum Beispiel in einem Szenario davon ausgeht, dass die CO-Zweibreise deutlich steigen werden und eben Unternehmen noch sehr stark fossielastig unterwegs sind.

00:39:24: Dann hat das ja etwas zu tun mit der Profitabilität am Ende und das bewert ich.

00:39:30: Wenn ich zu dem Ergebnis komme da hätte ich ein höheres Risiko.

00:39:33: dann würde ich die Frage herstellen wie gehen wir denn damit um?

00:39:36: Was sind deine Maßnahmen?

00:39:39: Ich teile es auch was Antonin gesagt hat Man darf sich natürlich nicht über und man muss gucken, dass man weiterhin wettbewerbsfähig bleibt.

00:39:48: Die Nahhaltigkeit an sich ist kein Selbstzweck aber es geht natürlich auch wird es im Großen und Ganzen auch darum, mit welchen Technologien sind wir denn künftig am Weltmarkt unterwegs?

00:39:59: oder machen das eben andere Player in der Welt die diese Technologin entwickeln.

00:40:04: Also man muss seine eigenen Kapazitäten natürlich kennen aber es geht erst mal darum überhaupt zu verstehen was ändert sich um?

00:40:11: was kommt auf mich zu?

00:40:12: Und CO²-Bepreisung ist natürlich ein wichtiges Thema.

00:40:15: gerade für energieintensive Branchen

00:40:19: Ändert sich aber auch die CO-Bepreisung.

00:40:22: Auch da wieder, ich teile das was du gesagt hast Thorsten.

00:40:24: Aber auch da merken wir jetzt in der Krise Das CO-Bepreisungen eben auch möglicherweise Etwas der Fuß vom Gaspedal genommen wird weil man eben merkt Wir fahren sonst unsere Wirtschaft komplett vor die Wand.

00:40:39: Also es ist bei allen diesen Fragen Bewegung drin.

00:40:42: Der Trend bleibt trotzdem da und der Klimaschutz soll auch trotzdem eingehalten werden Ziele gesetzt haben, die mit denen viele Unternehmen in vielen Branchen nicht in allen aber in vielen Branchen aktuell nichts schon halten können.

00:40:56: Und diesen Anpassungsprozess zwischen zielen Realismus und Antreiben durch neue Ziele das bestecken wir gerade auch regulatorisch drin.

00:41:07: Ich sehe es genauso Unser unser Thema unsere Frage zurückzukommen dieser Episode nämlich EU Taxonomie in der Baubranche.

00:41:17: bleibt der Großhandel kreditwürdig.

00:41:19: Ja, würde ich sagen er bleibt kreditfördig.

00:41:21: Er muss sich aber mit diesen Themen beschäftigen mithilfe der Verbänden und auch dann das Gespräch Mit den mit den Banken suchen.

00:41:31: und unser podcast Sanierungsfall greift aktuelle Themen auf und wir maßen uns ja nicht an Themen sozusagen vollständig zu beantworten, sondern wir wollen ja auch Denkanstöße geben und auf Themen hinweisen.

00:41:49: Und das ist uns glaube ich gut gelungen.

00:41:53: Vielen Dank an Thorsten Jäger und Antonin Finkelburg.

00:41:58: Ihr habt uns das gut erklärt und aufgezeigt!

00:42:02: Ich denke unsere Hörer haben jetzt eine To-do-Liste.

00:42:05: Dann würde ich gerne noch zwei Punkte draufpacken auf die To- do- liste.

00:42:08: Und zwar der erste ist... Tauscht euch untereinander aus.

00:42:13: Also das fast Wichtigere ist noch gemeinsam Erfahrungstausch gerade kleine Unternehmen untereinander Erfahrungsaustausch zu machen, wie geht ihr mit dem Thema um?

00:42:24: Was macht ihr denn eigentlich?

00:42:25: und auch dafür ist der Verband genau die richtige Anlaufstelle.

00:42:29: Da gibt es nämlich beim Anwalt auch nicht dass man die anderen Unternehmer aus der Region auch Branchenübergreifen sprechen kann und sagen kann hey hast ein Tipp wir haben ihr das angegangen so.

00:42:38: Das hilft ungemein gerade auch bei neuen Regulierungsthemen.

00:42:42: Zweites Thema große Bitte redet mit euren Abgeordneten, Bundestagsabgeordnete.

00:42:48: Ich erlebe so viele Unternehmen die meckern zurecht über Politik aber reden nicht mit der Politik selber und die Abgeordneten vor Ort müssen irgendwie wissen was da draußen los ist und wo es hakt und vielleicht auch mal wo's gut läuft.

00:43:01: Aber wir brauchen unbedingt diesen Austausch in die Richtung weil sonst ändert sich an dieser Stelle auch nichts.

00:43:07: Also da, wenn ich dazu ermutigen kann einfach mal ins Abgeordnetenbüro eine Mail schreiben.

00:43:13: Hey bin Unternehmer bei euch!

00:43:15: Ich habe hier ein Thema.

00:43:16: die sind oftmals viel interessierter als man glaubt.

00:43:19: Absolut um das ganze abschließend einzuordnen wir haben uns jetzt doch mit dem Antonin und Torsten einem komplexen Thema wie ich finde genähert.

00:43:31: Ja, an der Stelle eine erste Annäherung und erste Klarheiten geschaffen.

00:43:36: Ich bleibe durchaus bei meinem Fazit.

00:43:41: die Aufforderung muss sein an unsere Hörer, an die Großhändler aber auch an die Hersteller wachsam zu bleiben wie die weiteren Entwicklungen sich darstellen proaktiv mit den Interessensgruppenbankenversicherungen zum Thema Nachhaltigkeit ganz allgemein umzugehen und offen zu sein, sich diesen Dingen zu stellen.

00:44:06: Wir tun alle gut daran nicht zu warten bis die Bank oder die Versicherung oder wer anders kommt und sagt was machst du da eigentlich?

00:44:11: Ach gar!

00:44:11: Du bist ein böser Chemiehändler.

00:44:14: das ist ja ganz schwierig mit dir.

00:44:16: wie gehen wir denn mit dir um?

00:44:17: sondern dass man frühzeitig anfängt zu sagen Was tue ich hier eigentlich wie heute eben mir Informationen beschaffen, ohne nun ganz tief in die juristische Welt eintauchen zu müssen oder die regulatorische Welt.

00:44:32: Sondern erst mal zu verstehen, wie geht's?

00:44:34: Besser ist ich reagiere als dass ich reagiert werde – das ist eigentlich immer der Fall nicht!

00:44:41: Ja dann auch von meiner Seite Antonin Thorsten, herzlichen Dank, dass ihr dabei wart.

00:44:47: Auch nochmal von meiner seite.

00:44:49: Ja vielen dank.

00:44:49: Danke Herr Dankiochen.

00:44:54: Das war Sanierungsfall, der BtoB Podcast vom GHF für die Renovierungs- und Sanierungsbranche.

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