Sind das Messen – oder kann das weg?
Shownotes
Brauchen wir noch große Branchenmessen oder gehört den Großhandelsmessen die Zukunft? Um dieses brisante Thema zu diskutieren, haben die Hosts Bert Bergfeld und Jochen Lange sich für die erste Episode zwei kompetente Gäste eingeladen: Sonia Wedell-Castellano, Global Director der traditionsreichen Branchenmesse Domotex und Volker König, Vorstandsvorsitzender der MEGA-Gruppe, einer der größten Farben- und Bodenbelagsgroßhändler der Branche. Das Spannende daran: Beide Gäste veranstalten etablierte Messen für die Branche; beide kooperieren aber auch mittlerweile, um neue Messe-Formate zu entwickeln. Schaffen es diese oder andere Allianzen, die B2B-Farben- und Bodenbelagsbranche zukünftig auf neuen Messe-Plattformen zusammenbringen? Hören Sie rein. Es lohnt sich.
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Transkript anzeigen
00:00:05: Sanierungsfall, der BtoB Podcast vom GHF für die Renovierungs- und Sanierungsbranche.
00:00:12: Mit Bergfeld
00:00:14: und lange.
00:00:22: Brauchen wir noch große Branchenmessen oder ist es nicht viel sinnvoller auf Großhandelsmessen in Deutschland zu setzen für das Handwerk, für den Großhandel?
00:00:32: Darüber wollen wir heute sprechen.
00:00:33: Mein Name ist Bert Bergfeld.
00:00:34: Ich bin Geschäftsführer vom Bundesverband Großhandel Heim und Farbe.
00:00:37: Ich bin Jochen Lange vom Fachmagazin Rungo-Porter.
00:00:40: Und
00:00:40: damit wir zwar nicht so alleine diskutieren, haben wir uns freundliche Gäste eingeladen.
00:00:46: Wen haben wir heute?
00:00:47: Wir haben Sonja Videl Castellano eingeladen.
00:00:49: Sie ist Chef in der Domotex und wird uns erzählen, wie es der Domotex geht und was das Besondere an dieser großen Branche-Messe ist.
00:00:58: Einen wunderschönen guten Morgen.
00:00:59: Ja und wir haben den Chef der Mega-Gruppe, Volker König aus Hamburg hier.
00:01:04: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:05: Wir steigen einfach mal ein.
00:01:07: Wir sind ja alle schon ewig lange in der Branche, kann man glaube ich sagen.
00:01:12: Und Messen sind Waren, werden ja immer ein wichtiges Thema sein für den Handwerker, für den Großhandel, für die Industrie, um den Kontakt in die Kundschaft zu haben, um Produkte zu zeigen.
00:01:26: Aber mein Eindruck ist schon, seit Corona hat sich etwas geändert im Thema Messe, Umfeld, Messerlandschaft.
00:01:35: Und mein Eindruck ist, oder die Frage, die ich einfach Sonya dir stellen will, ist, ganz ehrlich, sind Branchenmessen noch sinnvoll?
00:01:44: Braucht man die noch?
00:01:45: Sind die noch sexy für die Leute?
00:01:49: Anders hieß es klar, aber welche Argumente hast du heute zu sagen, also, Branchenmessen sind so wichtig wie eh und je.
00:01:56: Also ich glaube, was man in letzter Zeit und insbesondere nach Corona bemerkt hat, ist einmal das Reiseverhalten der Menschen hat sich brutal verändert.
00:02:05: Man hat sich daran gewöhnt, im Homeoffice bequem sitzen zu bleiben, statt Kundentermine in Persona wahrzunehmen.
00:02:12: Und natürlich merken wir das auch auf unseren Messen.
00:02:14: Alles andere wäre gelogen.
00:02:16: Aber da muss man sich ja dann die Frage stellen, okay, wie erreiche ich denn dann dem Kunden, der vorher gesetzt jedes Jahr zu einer Domotex oder zu jeder anderen Messe halt gefahren ist, was muss ich tun, um den hinterm Ofen hervorzulocken.
00:02:28: Und da ist es natürlich an uns als Veranstalter, entsprechende Formate zu entwickeln, das Erlebnis zu steigern.
00:02:34: sagen, okay, komm, wenn du dich bequemst aus dem Homeoffice heraus, dann kriegst du hier auch echt was geboten.
00:02:38: Du kriegst hier wirklich ein Erlebnis.
00:02:41: Zum einen natürlich die vielen Aussteller, die wir hier zusammenbringen.
00:02:44: Du hast eine Plattform, wo du alle deine Hersteller, die dich bedienen, antreffen kannst und darüber hinaus natürlich dann am Abend oder auch tagsüber nochmal spezielle Events, die es wirklich lohnenswert machen, eine Messe zu besuchen.
00:03:03: Und darüber hinaus, wir als Domotex natürlich erheben den Anspruch als Weltleitmesse der Bodenbelege und künftig auch Interior Finishing.
00:03:13: Es gibt diese Messe einzigartig bisher nur in Hannover.
00:03:17: Und Weltleitmesse heißt, wir bekommen wirklich Besucher aus aller Welt.
00:03:21: Und ich denke, das ist bei Großhandelsmessen... Konzeptionell bedingt einfach nun mal was anderes.
00:03:27: Das ist so.
00:03:28: Man muss sich ja mal die Frage stellen, wen will ich denn damit erreichen?
00:03:31: So eine Weltleitmesse möchte natürlich internationales Publikum erreichen und dementsprechend sind wir aufgestellt.
00:03:36: Und zum anderen darf man auch nicht vergessen, wir schaffen es dann tatsächlich an vier knackigen Tagen, alle Besucher unter einen Dach zu holen.
00:03:45: Das heißt, Effizienz ist da ja viel mehr gegeben jetzt.
00:03:49: Stellt euch mal vor, jeder eurer, eurer Besucher, eurer Kunden müsste jeden einzelnen Lieferanten auf der ganzen Welt persönlich besuchen.
00:04:00: Dann sind das viele, viele, viele Reisen anstatt eine Reise zur Domotex,
00:04:06: wo sich alle treffen.
00:04:07: So ist es ja fast, wenn ich da mal einhaken darf.
00:04:10: Denn der Eindruck entsteht ja, dass deine Kolleginnen und Kollegen von anderen Messen dem ja nicht so folgen.
00:04:17: Also jetzt nehmen wir mal das Beispiel in Frankfurt, die Heimtext, die ja eher... Jahrzehnte für mich, als ich seit ich in der Branche bin, achtziger Jahre, immer Tapete, Tapete, Wandbelege, jeglicher Art, Dekorationen und Bad und so was alles.
00:04:32: Also Heimtextilien im gesamten Sinne, jetzt auch wieder vermehrt versucht Bodenbelagshersteller auf diese Veranstaltung zu bekommen.
00:04:40: Und ich bin ja ehrlich, also ich habe ja das für Glügen auch im Beirat bei der Dubotext zu sein und bin ja ein großer Freund davon, Dinge zusammenzuziehen, weil ich einfach glaube, das ist eben keinen Sinn macht, viel durch die Gegend zu reisen.
00:04:52: Aber wenn man dann natürlich jetzt auch noch in die Boomenas Hersteller sieht, die den Flundern Flowing Days machen, dann sag ich mal, ist jetzt Volker oder seine Einkäufer streng genommen schon ordentlich unterwegs, ne?
00:05:05: Was wir einfach sagen, also schon anspruchsvoll.
00:05:07: Genau, also, so dann ja deine Punkte haben wir.
00:05:10: auf jeden Fall sind klar, was uns interessiert ist Volker König.
00:05:18: Du machst mit der Mega eine Großhandelsmesse und immer erfolgreicher alle zwei Jahre auch mit einem wirklich konkreten großen Umsatz.
00:05:28: Was sind die Vorteile einer Großhandelsmesse im Vergleich zu einer Branchenmesse?
00:05:33: Wir sehen uns gar nicht in Konkurrenz zu einer Branchenmesse, wenn du sie so bezeichnest.
00:05:39: Das ist eine ganz andere Konzeption.
00:05:41: Hier ist ein internationaler Ansatz.
00:05:43: Bei uns geht es um um direkte Kundenansprache von unseren Kunden, die dann auch das Unternehmen als Marke erfahren, die dann dazu auch eine gute Zeit haben, die der Socializing-Part plus Umsatz, Direktumsatzamstand, hat eine ganz andere Bedeutung als eine internationale Leitmesse.
00:06:04: Die Frage ist, für eine Domotex glaube ich nicht inwieweit sich Großhandelsmessen entwickeln.
00:06:11: Ich glaube, die entscheidende Frage für eine Heimtext oder eine Domotext ist eher, ob die Leute wieder zurückkommen zu diesem Gefühl, sie müssen da hin, weil sie sonst was verpassen.
00:06:27: Wer schafft es, die Community zusammenzubringen?
00:06:30: Als ich klein war, meine Eltern selbstverständlich drei Tage Heimtext-Dil und zwei Tage Domotext gemacht haben.
00:06:37: Das war eine Zeit... Ich werde ja auch älter, also das ist jetzt dreißigvierzig Jahre her.
00:06:46: Das war völlig normal.
00:06:48: Und mit Corona ist vielleicht etwas augenfällig geworden, was aber schon länger eigentlich latent vorhanden ist, dieser Abschmelzungsprozess.
00:06:56: Mit Corona hat auf einmal jeder verstanden, wie es geht, mit Social Media umzugehen.
00:07:01: Ja, und ich habe heute als Hersteller die Möglichkeit für einen Bruchteil des Aufwandes direkt und schnell das, was ich an den Kunden transportieren will, ihm sozusagen immer wieder reproduzierbar zukommen zu lassen über Podcast, über kleine Videos, über irgendwas.
00:07:17: Diese exklusive Plattform, wenn du da nicht bist, verpasst du was.
00:07:24: Die ist eben so nicht mehr gegeben mit diesem Medienwechsel, den wir haben.
00:07:28: Denn sofern... tun sich alles messen schwer, ihr Geschäftsmodell neu zu erfinden.
00:07:33: Das ist ja nicht nur in unserer kleinen Welt ein Thema.
00:07:38: Die Großhandelsmessen sind davon eingeschränkt betroffen, weil eben unsere Kunden auch zu uns fahren, um sozusagen ein Familienfest zu feiern.
00:07:47: Das ist ein ganz anderes Konzept.
00:07:50: Also wir stehen nicht gegen eine Domo-Text oder gegen eine Imtex.
00:07:53: Was sich entwickelt hat, das sind in der Tat die Standgrößen bei uns.
00:07:59: Also in einer, in unsere Lieferanten zur Farbe gehen beispielsweise, haben sie ähnliche Stände, ähnliche Besatzungen, wie wenn sie zu uns auf die Messe kommen.
00:08:07: Das hat sich über die Jahre entwickelt.
00:08:10: Gleichwohl steht das nicht in Konkurrenz zu diesen Messen.
00:08:12: Und
00:08:13: ich würde sagen, ja, im gleichen Zeitraum, in dem die Messen und nicht nur die Domotex, sondern auch andere Messenführigkeiten haben oder gehabt haben und ihr noch haben, sowohl Aussteller als auch Besucher, Fachbesucher zu bekommen, sind halt die Großhandel zu messen.
00:08:28: Ja, haben sich aus meiner Sicht geheutet.
00:08:31: Also früher war es die Halle, die aufgemacht wurde und da wurden Bierzeitgarnituren rein gemacht und heute ist es, wie du richtig sagst, gerade die.
00:08:38: Mega ist ja das beste Beispiel, ist in Konkurrenz aus meiner Sicht Stände, Aufwand zur Farbe und natürlich ein Stück weit auch zu den anderen.
00:08:48: Was
00:08:48: die Qualität angeht, ganz sicher.
00:08:52: Und ich glaube, da ist Mega ganz bestimmt Vorreiter was was messen angeht.
00:08:58: also das liegt aber auch daran dass wir das glück haben in einer stadt wie hamburg beheimatet zu sein.
00:09:03: ja wenn wir das gleiche jetzt hätten im schwarzwald hätten wir ein problem damit eine fische auktionshalle a zu finden und b voll zu machen.
00:09:09: nicht gegen
00:09:10: die schwarzwelle gar
00:09:11: nicht gegen die schwarzwelle.
00:09:12: ich mag alle kollegen gern das ist.
00:09:14: man hat auch mal einfach mal glück wenn man in so einer stadt ist und Das hat sich ja entwickelt.
00:09:20: Ich meine, wir kommen aus einer Megazeit, Bert und ich.
00:09:22: Da waren wir in Schnellsen, am Modezentrum in Schnellsen.
00:09:25: Das ist vor Ort von Hamburg.
00:09:26: Das war zu der Zeit, war das eine tolle Nummer.
00:09:31: Drei Tage.
00:09:32: War eine richtig tolle Nummer.
00:09:33: Und es hat alles seine Zeit.
00:09:35: Wenn man das heute sich anschaut, denkt man, oh Gott, oh Gott, was war das denn?
00:09:39: Meine erste Megamesser war im Modezentrum.
00:09:41: Da wurden morgens noch die Krawatte ab, die Garde abgenommen, ob alle anwesend sind, war eine schöne Zeit.
00:09:48: Aber auch da war es schon propervoll.
00:09:50: Und eines möchte ich schon noch sagen, es ist, was ich so erstaunlich finde.
00:09:53: in meiner Funktion jetzt im Verband, sehe ich ja auch mehr Messen von anderen Großhandelsunternehmen, als ich das früher konnte.
00:10:03: Da wurde es ja nicht eingeladen.
00:10:04: Und jetzt werde ich schon eingeladen.
00:10:07: Und so unterschiedlich das ist tatsächlich von der Qualität.
00:10:12: Von der Ausstattung, von der Größe, der eine macht es noch in der Halle und das hat alles sehr viel Charakter, der andere mietet sich eine Halle an, wie auch immer.
00:10:20: Aber ich fand sie in diesem Jahr, das was ich gesehen habe, was ich den durfte, alle gut, alle wirklich gut besucht, alle gut, gute Umsatzmeldungen, muss ich wirklich sagen.
00:10:31: Und das ist so für mich ja der Casus knacktus, Volk hat eben gesagt, ja, Umsatz machen, An diesen Tagen ist wichtig, das ist für die anderen Händler natürlich auch wichtig.
00:10:42: Aber die Frage muss natürlich erlaubt sein, machen deine Einkäufe noch Geschäfte auf der Domotex, auf der Farbe, auf der Heimtext?
00:10:49: Nein.
00:10:50: Also das ist dann doch eher die Internationalkunstschaft, die, ich sag mal, dort Abschlüsse tätig.
00:10:55: Das ist das, was Volker eben sagt, das ist genau richtig.
00:10:58: Manche Dinge haben sich dann vielleicht auch überholt und alles zu seiner Zeit, alles hat zu seiner Zeit seine Daseinsberechtigung.
00:11:05: Das ist auch so.
00:11:06: mal ganz ehrlich, die Domotex war früher die Ordermesse im Jahr.
00:11:09: Da kamen die Besucher hin, da wurde bestellt, da wurden richtig Aufträge geschrieben, da sind die Aussteller glücklich nach Hause gefahren und haben eigentlich jetzt schon unterschrieben fürs nächste Jahr wieder den Messestand zu buchen.
00:11:22: Ganz ehrlich, Leute, die Zeiten haben sich geändert.
00:11:24: Ich brauche keine Messe mehr, um meinen Auftrag zu tätigen.
00:11:27: Das kann ich heute alles online machen.
00:11:30: Dafür ist die Messe nicht mehr unbedingt da, aber sie ist doch immer noch dafür da, um mich im Wettbewerbsvergleich zu zeigen.
00:11:36: Zum einen, um zu zeigen, was habe ich an Innovationen.
00:11:39: Das kannst du halt eben nicht mal eben online machen, also sich dem Wettbewerb wirklich mal zu stellen.
00:11:46: Und zum anderen ist das die Kundenbeziehungspflege.
00:11:51: Die Kundenbeziehungspflege ist halt so ein Ding, da glauben wir zumindest, dass wir das in unseren heimischen Gefielten besser hinkriegen, dass wir das in unserer Halle besser hinkriegen.
00:12:01: Das ist aber über Glauben kann man lange reden.
00:12:03: Ist
00:12:04: ja auch ein
00:12:05: anderes Konzept.
00:12:08: Jenseits dessen, ob wir klären können, was richtig und was falsch ist, muss man vielleicht auch einfach mal sagen, dass die Branche unter einem extremen Budgetproblem leidet.
00:12:18: Wir haben einen Mengenrückgang, wie ich ihn in meiner aktiven Zeit noch nie erlebt habe.
00:12:23: Nach diesem Zwischenhoch nach Corona, wo alles quasi von alleine ging oder während Corona, sind wir zurückgefallen auf einen Niveau von zwanzig achtzehn, zwanzig neunzehn.
00:12:36: Gleichzeitig.
00:12:38: sind die Preiserhöhungen nicht mehr so durchgelaufen, wie man das wollte.
00:12:41: Das heißt, wir leiden alle unter massiv steigenden Kosten und rückläufigen Erträgen.
00:12:47: Man zeigt das schon in den jeweiligen Grafen verläufen.
00:12:50: Es ist einfach so, dass die allermeisten Betriebe Unternehmen ein Problem haben, ihre Ertragskraft zu erhalten in der jetzigen Zeit.
00:13:02: Und da steht natürlich alles Mögliche auf dem Prüfstand.
00:13:06: Und da wird sehr genau geguckt, wo habe ich unter Umständen ganz opportunistisch den höheren Rücklauf?
00:13:13: Wo habe ich den schnelleren Erfolg?
00:13:15: Und da fallen dann, ich sage mal, strategische Messen, die werden dann eher mal so beschrieben, dass man sagen kann, okay, das ist jetzt nochmal einmal aus.
00:13:26: Als ich sage so taktische Messen bei einem großen Großhandelskunden, ja, weil wir sagen natürlich unseren Lieferanten werden schon ganz gerne, dass du da bist.
00:13:33: Es ist ein anderes Miteinander, als wenn ich einen Standplatz verkaufe, allen in einer Plattform.
00:13:39: Das würde ich meinen Ausstellern auch gerne sagen.
00:13:42: Das würden sie auch gerne tun, ja.
00:13:43: Und wir machen das in einem wohlverstandenen Miteinander.
00:13:46: Da kommen wir zu einem Ergebnis.
00:13:47: Wäre
00:13:48: es nicht dann, wenn man unter Kostengesichtspunkten dieses Thema angeht, wäre nicht dann... der These auch zuzustimmen, wie so nicht eine große Messe.
00:13:58: Ja.
00:14:00: Also das ist jetzt eine These, die ja in der Branche auch von einigen vertreten wird.
00:14:05: Also eine Messe, ein Aufwand, einmalhinfand, das ist jetzt ein bisschen übereinkam.
00:14:11: Das ist im individuellen Fall natürlich anders, aber nur von der Idee her, so wie früher.
00:14:17: Ein Lagerfeuer, so wie früher wetten das.
00:14:19: Ein Lagerfeuer, wo die ganze Branche geht, weil ich bin seit über zehn Jahren in der Branche und seitdem ist die Diskussion ja da.
00:14:27: Und alle sagen, ja, es gibt ja keine große Messe mehr, wo wir uns alle treffen.
00:14:31: Und so diese alle gucken, wo sie bleiben müssen.
00:14:37: Alle sagen, wir wollen.
00:14:39: Aber am Ende ist das Hemd näher als die Hose und jeder macht seinen Dingen und gleichzeitig ist die Messe Landschaft.
00:14:45: zersplittert, aus guten Gründen teilweise, Architekt at Work und auf Lenders Flowing Days.
00:14:51: aus meiner Sicht, wäre das denn nicht effektiver zu sagen, wir machen ein Branchen-Event, wo alle sind, einmal im Jahr?
00:14:59: Wen sprichst du da als Adressaten jetzt ab?
00:15:01: Genau,
00:15:02: das ist die Frage.
00:15:03: Also wenn du sagst, es gibt eine Klientel, die sagt, oh schade, dass wir uns nicht mehr treffen, dann weiß ich jetzt spontan gar nicht, wen du damit meinst.
00:15:11: Wenn du den Handwerksmeister aus Reutlingen, aus Ingolstadt oder aus Kaltenkirchen meinst, der kommt lieber zu seinem Partner, den er kennt.
00:15:24: Weil da wird er nämlich mit dem roten Teppich empfangen und den Arm genommen, währenddessen, wenn er auf der Domotex, Heimtex, auf der deutschen Industriemesse oder whatever rumläuft, da kennt ihn keiner.
00:15:35: Da streicht er fünfmal um den Stand rum und hat immer noch keinen gesehen, den er kennt.
00:15:39: Fühlt er sich da wohl, glaube ich nicht.
00:15:41: Die professionellen Einkäufer, die... So was ganz anders händeln, die auch Feuer über Kierkaun oder dergleichen vielleicht Termine gemacht haben, die auch in ganz andere Kanäle kommen.
00:15:51: Es gibt ja da vielfältige Angebote auch von den großen Messegesellschaften.
00:15:56: Die regeln das anders.
00:15:58: Die sind aber weniger geworden.
00:16:00: Guckt ihr das in unserer Branche an, wie wenig wir heute sind.
00:16:03: Ich meine, du repräsentierst einen Verein, einen Verband, der rein numerisch sicherlich noch nicht mal mehr die Hälfte hat von dem, wie das noch vor dreißigvierzig Jahren gewesen ist.
00:16:17: Ja, das heißt, die Branchenkonzentration ist massiv.
00:16:21: Und wenn wir jetzt heute mal durchrechnen, dann brauchen wir gar nicht unbedingt in den Großhandel schauen, dann gucken wir uns mal an, wie ein Brillux sich verhält.
00:16:31: Ja, und das ist jetzt kein Brillux-Bashing.
00:16:33: Das ist einfach nur, der hat abgewogen, gehe ich zur Farbe.
00:16:38: Das kostet einen siebenstelligen Betrag.
00:16:40: oder nutze ich den und hole die Kunden lieber zu mir.
00:16:44: So, die Entscheidung ist gefallen.
00:16:45: Ich weiß nicht, wie sie dieses Mal ausfällt, aber das ist nicht unbedingt etwas, was sich gegen etwas anderes, sondern eher für die eigene Interessenlage dann nachher ausweist.
00:16:56: Aber das ist ja interessant, weil am Ende sagst du ja... Okay, der Handwerker fühlt sich bei seiner Handelsmesse in seiner Region oder auch überregional wohl.
00:17:07: Das ist ja eindeutig so, denn die Zahlen nehmen ja eindeutig zu seit vielen Jahren.
00:17:10: Keine Frage.
00:17:12: Und ich glaube, wenn man jetzt sagt, eine eine gesamte Renovierungs- und Sanierungsmesse, die wirklich gut wäre, so etwas zu haben, wird sich niemals an den Handwerker richten.
00:17:21: Das muss einem klar sein.
00:17:22: Also deshalb fand ich zum Beispiel so die Idee Retailers Park, die das unterstützt sie mega ja auch das Format.
00:17:29: Auf den Weg dahin zu kommen, zu sagen, in Rahmen einer internationalen Messe wie der Domotex eine maßgeblich nationale Messe zu haben für die Renovierung und Sanierung, auf der sich alle wiederfinden, die dann auch zu unterschiedlichen Zeiträumen stattfinden kann.
00:17:48: Denn die Diskussion auf der Farbe haben wir ja nun noch alle im Ohr, alle zwei Jahre, alle drei Jahre.
00:17:53: Die Kosten sind, du hast gesagt, die Kosten sind extrem hoch.
00:17:56: Die Industrie fragt sich und das ja seit Jahren.
00:17:59: Machen wir uns auch nichts vor, auf der Farbe fand ich es immer massiv.
00:18:02: Wenn die Industrie sagt, ja, wir wissen gar nicht, ob wir nochmal wiederkommen sollen, wir geben ja so viel Geld aus und die Anzahl der Handwerker in Köln oder alternative München, die fahren dann auch nicht mehr so durch die Gegend.
00:18:12: Ich kann mich erinnern, zu meiner Zeit, also ich... Bei Wilswa sind wir mit hunderten Personen von Ostfriesland nach München gefahren, geflogen, gefahren.
00:18:22: Da waren hunderte von Kunden, Menschen, die zwei, drei Tage auf der Farbe waren.
00:18:28: Wenn ich mich danach erkundige, wie war es jetzt in Köln, wie viele Leute war der da?
00:18:31: Im Bus hatten wir nicht.
00:18:33: Fünfmal hinten im Pkw.
00:18:35: Und da ist schon das Thema, wie viel Bereitschaft ist natürlich bei den Messegesellschaften da.
00:18:41: Bei der Farbe, glaube ich, ist das anders.
00:18:43: Die Messe des Bundesverbandes, der Maler, und die nutzen eine Messegesellschaft zur Ausführung.
00:18:52: Bei euch ist das was anderes.
00:18:54: Die deutsche Messe.
00:18:54: Und Frankfurt ist auch Frankfurt-Messe.
00:18:58: Da musst du schon gucken, wie man über den Kram springen kann.
00:19:03: Wir haben kein Verband, wir haben keine Vereinigung hinter uns, die das Ganze als ideeller Träger stützen würde.
00:19:09: Das ist fluch und segend zugleich.
00:19:12: Aber um deine Frage nochmal zu beantworten, weil ich davor hin so gejubelt habe, ja, was ich damit meinte, dass man jetzt nicht eine allumfassende Messe machen sollte.
00:19:20: Ich finde durchaus, dass die Großhandelsmessen ihre Daseinsberechtigung haben, weil du musst tatsächlich immer gucken, für wen mache ich das Ganze denn.
00:19:26: Und regional betrachtet auch da ist die Reisebereitschaft selbst in den USA.
00:19:31: Ich war Anfang des Jahres auf der Surface in Las Vegas.
00:19:34: Die kämpfen mit genau den gleichen Herausforderungen wie wir hier in Deutschland mit den Messen.
00:19:38: Die Kunden kommen nicht mehr aus allen Teilen der US.
00:19:41: USA, nach Las Vegas zum Gämbeln.
00:19:44: Also nicht mal das zieht jetzt unbedingt bei jedem, sondern sie bleiben lieber regional in ihren Gefilden.
00:19:51: und auch da haben sich dann Großhändler oder eben große Firmen, Industriepartner dazu entschlossen.
00:19:57: Ich mache jetzt meine eigene Hausmesse.
00:19:58: Ist wie Kosten günstiger, so ist das gleiche in Grün wie bei uns.
00:20:04: Aber wovon ich dennoch überzeugt bin und einfach wirklich im Sinne der und der Besucher einer Messe, macht doch eine große Plattform als Weltleitmesse mit einem umfassenden, mit einem mehr oder weniger umfassenden Konzept.
00:20:22: Und die Großhandelsmessen, die ja nun tatsächlich eher regionalen Charakter haben, lasst sie doch da.
00:20:30: Die haben ja absolut ihre Daseinsberechtigung, die sprechen den Handwerker an.
00:20:34: Mein Gott, ganz ehrlich, Klar, die Domotex spricht auch den Handwerker an, aber mir ist doch bewusst, dass kein Handwerker aus Italien nach Hannover kommen wird.
00:20:44: Das ist völlig absurd.
00:20:45: Ich mache das doch in erster Linie für den Handel, für die weltweiten Handels-Einkäufer oder Großhandelsketten.
00:20:54: Und da haben die Großhandelsmessen wie eine mega, die wirklich eine Bombenveranstaltung ist, durchaus ihre Daseinsberechtigung.
00:21:01: Aber wir als Domotex, das möchte ich noch mal abschließend sagen, wir sind ja nun wirklich ... Und wir haben uns wirklich sehr verändert in den letzten Jahren.
00:21:07: Wir haben wirklich einen Paradigmenwechsel hingelegt, den es so noch nicht gegeben hat in unserer, in unserer, äh, thirty-jährigen Geschichte.
00:21:14: Nicht nur der Domotex, sondern insgesamt der gesamten deutschen Messe, die seit über seventy-fünf Jahren am Markt ist.
00:21:19: Wir sind bereit gewesen und sind es immer noch, Kooperationen auch mit Wettbewerbern einzugehen.
00:21:25: Im Sinne der Kunden, um eine Plattform zu bieten.
00:21:30: um den Kunden eben nicht auf fünf, sechs verschiedene Messen zu zwingen.
00:21:35: Wir wollten das.
00:21:36: Kooperationspartner waren leider dagegen.
00:21:38: Wir gehen weiter uns an den.
00:21:39: Okay, da gibt es kein neuen Stand.
00:21:41: Also bei den nicht jeder höherer... Zuhörer, weiß das ja, was ihr sozusagen, ihr habt andere Branchen messen gefragt oder eure Bereitschaft signalisiert und angeboten, was zusammen auf die Beine zu stellen.
00:21:56: Und ich glaube, wir hatten es auch im Interview damals im Rumorporter.
00:22:01: Das wurde ja damals sozusagen abgelehnt.
00:22:03: Gibt es da einen neuen Stand?
00:22:04: Kannst du uns da updaten?
00:22:06: Nee, da ist seit einem Jahr, wir waren sehr weit in den Gesprächen mit einer speziellen Branchenmesse und hatten eigentlich auch schon einen Handschlag und dann wurde plötzlich zwei Wochen später alles wieder revidiert und gesagt, nee, wir haben uns jetzt doch anders entschieden, wir machen das alleine.
00:22:22: Gut, schade.
00:22:23: Ja,
00:22:23: ich würde das gar nicht so schlimm sehen.
00:22:26: Das ist dieses Mal, hat das jetzt nicht geklappt, aber der Druck ist ja nach wie vor hoch.
00:22:31: Ich weiß nicht,
00:22:31: ob wir von der gleichen Messe reden, Volker.
00:22:33: Weiß ich nicht.
00:22:36: Ja, so oder so ist ja
00:22:37: egal.
00:22:37: Von beide mit F an.
00:22:38: Es ist egal in welchen Konstellationen, dass ich am Ende dann finden werde.
00:22:42: Aber die Parameter verändern sich jetzt nicht mehr.
00:22:46: Wir müssen uns einfach neu anpassen und insofern werden sich neue Allianzen bilden.
00:22:51: Und wenn wir in fünfzehn Jahren zurückschauen, dann ist das egal, ob es dieses, nächstes oder übernächstes Jahr sich irgendwo was getan hat.
00:22:58: Jeder für sich allein in alter Konstellation wird nicht mehr zu dem Ergebnis kommen, wie es gewesen ist in den guten alten Zeiten.
00:23:05: Das ist vorbei, feierabend.
00:23:07: Und diese Konzepte stehen überhaupt nicht in irgendeiner Konkurrenz zu Großhandelsmessen oder sonstigen Hausmessen der einzelnen Anbieter.
00:23:15: Das ist eine andere Konstellation.
00:23:18: Das einzige, wo die sich in Konkurrenz sehen, ist gegebenenfalls in dem Marketingbudget, welches die Aussteller bereit sind, pro Jahr auszugeben.
00:23:27: Und dann sagen sie, wie wir das vorhin schon gesagt haben, ganz opportunistisch, wofür gebe ich es jetzt aus?
00:23:33: Gehe ich jetzt zu denen?
00:23:34: Gehe ich jetzt zu denen?
00:23:35: Gehe ich jetzt zu denen?
00:23:36: Ja, aber nicht nur das.
00:23:37: Wir kämpfen ja auch um
00:23:38: die
00:23:38: Besucher.
00:23:38: Und der Besucher, der geht ja nicht.
00:23:41: Ja, und
00:23:42: deswegen wird ja ein Industriebetrieb auch sagen, ist mir diese Frequenz, ist die Qualität, ist mir das die Summe wert?
00:23:48: Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wo es erst einmal die Bauchemie-Anbieter auf einmal bei der Domotex nicht mehr in Summe auflieft.
00:23:56: Das war ein richtiges Beben, also auf einmal die sagt, nö, nö, diesmal kommen wir gar nicht, wir kommen nächstes Jahr erst wieder.
00:24:03: Mittlerweile erwartet man das schon gar nicht, sondern, mal sind sie da, mal nicht, da haben sich Schwerpunkte verändert.
00:24:13: Und abgesehen davon, was mir auf so einer Leitmesse natürlich dann auch fehlt.
00:24:20: Das kann die Leitmesse gar nicht zurückbringen, weil dieses Produktregiment einfach so gespunden ist.
00:24:26: Teppichboden und alles, was damit zusammenhängt, ist mittlerweile verschwindend gering.
00:24:31: Das ist auch einfach dem Trend geschuldet.
00:24:33: Das ist dem Trend geschuldet.
00:24:34: Da kann die Messe ja nichts für.
00:24:36: Das ist einfach der Absatz,
00:24:37: der heutzutage stattfindet.
00:24:38: Und wir haben nicht mehr diese diese haptischen Produkte, zu denen man durchaus auch eine gewisse Leidenschaft entwickeln kann.
00:24:48: Wir haben uns entwickelt zu technischen Produkten.
00:24:50: Das ist ein auseinandergeschnittener CV-Belag, der wieder in einem Schachbrettmuster wieder zusammengesetzt wird.
00:24:58: Ja, aber Holz ist wahnsinnig emotional.
00:25:01: Ja.
00:25:02: Und auch haptisch.
00:25:03: sehr schön anzufassen.
00:25:04: Will ich
00:25:04: auch gar nicht in Abrede stellen, aber Holz ist eben auch nur ein Teil.
00:25:07: Ich rede von Design Belegen.
00:25:10: Und da geht es vielmehr um den letzten Cent als um die letzten... Absolut.
00:25:15: Chinesen liefern alles wirklich.
00:25:17: Wahnsinn.
00:25:18: Und das ist etwas, was heute den größeren auch direkt zugänglich ist und somit hat sich eine ganze Menge getan.
00:25:24: So eine Messe, das spricht ja tatsächlich auch für eine größere Veranstaltung, die die Branche wieder neu definiert, die auch neue Bereiche mit einnimmt.
00:25:33: Die sollte tatsächlich dann auch so aufgestellt sein, dass das, was ich im Baunebengewerbe brauche.
00:25:38: Also im Ausbau jetzt, was unsere kleine Welt angeht, ich dort finde in Gänze.
00:25:43: Und da ist es wahrscheinlich nicht mehr ausreichend in Kategorie Farbe, Wandgestaltung, also Heimtex und Domotex-Bodengestaltung zu gehen.
00:25:55: Und dann kann es schon sein, dass ich da eine neue Schnittmenge finden muss.
00:26:00: Also Teppichboden, glaube ich, das kann man tatsächlich sagen, spielt in Deutschland ja kaum noch eine Rolle.
00:26:05: nur noch
00:26:05: im gewerblichen Bereich.
00:26:06: Wenn das in den siebziger, achtzehnern
00:26:07: Jahr ein gigantisches Produkt war und das merkt man natürlich auch.
00:26:11: Ich merke das auch in Gesprächen mit den Bodenbelagshersteller, mit der Teppichbohnhersteller im Maßgebicht in Belgien, in Hollandern, die dann auch sagen, naja, Deutschland ist jetzt nicht gerade unser größter Absatzmarkt.
00:26:22: Also, ich habe zwei Fragen an euch beide.
00:26:26: Einer wäre, ist denn das Konzept Retailerspark, dass die Domotex ja jetzt zum zweiten Mal aufliegt und die Mega ja auch wieder daran teilhaben wird.
00:26:38: Ist es ein Zwischenschritt?
00:26:40: Ist das ein erfolgsversprechendes Konzept, um in einer Domotex wirklich eine nationale Messe für den Großhandel zu etablieren?
00:26:51: Und Volk hat eben gesagt, mein Gott, wie hat die Branche sich zusammengeschmolzen?
00:26:56: Das gilt ja nicht nur für den Handel, sondern eben auch für die Industrie, das muss man ganz klar sagen.
00:27:00: Ich kann mich erinnern, in den achtziger, neunziger Jahren, im Einkauf, hast du wahrscheinlich zwanzig Dispersionsfahremehrstelle mehr gehabt, die kennt heute kein Mensch mehr, von ICI über Widerholt, über Bösenbergen und wie sie alle hießen.
00:27:13: Du hast einfach, wenn einer nicht wollte, hast einem nächsten Strippen gezogen und dann hat das schon funktioniert.
00:27:18: Das hat in den neunzigern irgendwann schon nicht mehr funktioniert.
00:27:20: Also die Frage ist einfach, ist unsere Branche eigentlich noch... Haben wir noch genug Fleisch am Knochen, um überhaupt diese großen Messen, diese großen Sortiments messen, für Handel und Industrie zu bespielen?
00:27:32: Oder ist das Thema eigentlich am Ende des Tunnels nicht mehr machbar?
00:27:36: Ich sage ganz klar Nein.
00:27:39: Beides Nein.
00:27:40: Nein, um Gottes Willen.
00:27:41: Zu der letzten Frage Nein.
00:27:43: Ausdrücklich.
00:27:44: Retailerspark sage ich gleich was zu.
00:27:47: Das stellen wir ja nun tatsächlich in vielen Branchen fest.
00:27:50: Wir haben das festgestellt bei den abgepassten Teppichen, aber auch beim Teppichboden.
00:27:54: Es gab früher einfach trendbedingt viel mehr Anbieter am Markt, die sind verschwunden.
00:27:58: Jetzt sagt ihr, bei der Farbe ist es genau das Gleiche.
00:28:01: Insofern merkte verschieben sich und Messen sind ja immer nur ein Spiegelbild des Marktes.
00:28:06: Das heißt, wir müssen uns dann dahingehend anpassen und diese Erwartungshaltung von vor... Von zumindest von vor Corona einfach mal runterschrauben.
00:28:15: Es gibt keine supergroße Domotex mehr, wie sie vor Corona noch mal war.
00:28:20: Die Zeiten sind vorbei.
00:28:21: Punkt, Ende.
00:28:22: Also
00:28:22: loslassen ist angesagt.
00:28:23: Loslassen, Konzepte verändern, da sind wir als Veranstalter gefragt.
00:28:29: Da sind aber auch die Aussteller, also die Industriepartner sind da auch gefragt, auch ihre Erwartungshaltung da anzupassen.
00:28:34: Denn das erlebe ich immer wieder, die Domotex ist ja nicht mehr das, was sie mal war.
00:28:38: Nein, ist sie auch nicht.
00:28:39: Entschuldigung, wir leben in der neuen Welt, spätestens seit der Pandemie.
00:28:44: Da höre ich dann oft, wenn ich mal ganz kurz reingehen darf, das Argument, ja, bei die Preise werden nicht angepasst, der Messe.
00:28:50: Das sagt nicht nicht ich jetzt, sondern Industrie sagt, ja, die Messe war nicht, oder ist nicht mehr, wie sie war, aber die Preise sind noch so wie früher.
00:28:58: Entschuldigung, weil unsere Lieferanten natürlich auch ihre Preise nicht reduzieren.
00:29:02: Wir müssen sie auch weitergeben.
00:29:03: Also, wir denken uns die Preise ja nicht aus.
00:29:05: Da sind doch eure Hallen.
00:29:07: Ja, die müssen ja finanziert werden.
00:29:11: Natürlich sind das unsere Hallen.
00:29:12: Aber weißt du, was das kostet, so eine Halle hochzufahren?
00:29:15: Nein,
00:29:16: weiß ich nicht.
00:29:17: Aber wir
00:29:17: sind jetzt sehr gespannt drauf zu hören, was das kostet.
00:29:20: Ja, also je nach Hallen Größe und Dauer kannst du da mal locker mit einer halben Million rechnen.
00:29:25: Du hast Strom, du hast Klima, du hast Belüftung.
00:29:29: Oder du musst die Heizung hochfahren.
00:29:30: Bei uns im Januar ist das immer wieder ein Thema aus.
00:29:32: Es ist so kalt in den Hallen.
00:29:34: Also wir haben schon hohe Kosten.
00:29:35: Und wir haben natürlich auch mit der Deutschen Messe ein Riesenverwaltungsapparat.
00:29:39: Und wir gehören der Stadt Hannover und dem Land Niedersachsen.
00:29:44: Und die haben natürlich ein Interesse daran, dass wir möglichst viele Menschen nach Hannover holen, um diese Metropolregion nochmal in den Fokus zu stellen.
00:29:51: Aber am Ende des Tages müssen wir auch damit Geld verdienen.
00:29:54: Klar.
00:29:55: Aber wir verdienen jetzt nicht über alle Maßen.
00:29:58: da niemanden mit unseren Preisen und Gottes Willen.
00:30:01: Und seine erste Frage zum Thema Retailerspark, genau.
00:30:05: Warum haben wir das gemacht?
00:30:07: Dazu gab es zwei Hauptgründe.
00:30:10: Das eine war natürlich, dass wir uns als Domotex gerne breiter aufstellen.
00:30:17: Wir haben schon gemerkt, mit dem Thema Bodenbelegen und Teppichen alleine, werden wir langfristig nicht mehr unsere Ziele erreichen, die Märkte verändern sich und wir müssen ja eine Messe immer vom Besucher her denken.
00:30:27: Was möchte der Besucher?
00:30:29: So, und egal welcher Besucher jetzt auf die Domotex kommt, sei es der Handwerker, der Handel, der Architekt oder der Großhändler, der interessiert sich ja nicht nur alleine, wenn er einen Raum gestalten muss für den Teppichboden oder für den Bodenbelag oder nur für den abgepassten Teppich.
00:30:42: Der möchte ja idealerweise das vorfinden.
00:30:45: was er dann auch später in seinem Verkaufsortiment dann wieder an den Mann bringen muss.
00:30:49: Und so entstand dann die Idee, wir müssen in Richtung Bodendwand Deckel gehen.
00:30:54: Und alleine, gebe ich offen und ehrlich zu, hätten wir das gar nicht geschafft.
00:30:57: Deswegen waren wir gut beraten, da mit Decounion und Mega uns zusammen zu tun und zu fragen, hey, habt ihr nicht Lust?
00:31:05: Da können sich Synergien auftun.
00:31:08: Wir machen das wieder im Sinne unserer Besucher, der Kunden unserer Aussteller und bieten ein größeres Sortiment an.
00:31:14: Und damit waren dann natürlich auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.
00:31:19: Weil wir damit dann auch gleich getestet haben, kommt das Konzept gut an.
00:31:23: Weil wir hatten damals ja schon im Kopf das Portfolio der Domotex zu erweitern und damit war mit dem Retailer Spark in den Jahr den ersten Testballon gestartet.
00:31:31: und zu gucken, ist das was für die Branche?
00:31:34: Wird das gut angenommen?
00:31:35: Ja oder nein?
00:31:36: Es wurde kontrovers diskutiert.
00:31:37: Genau das wollten wir auch.
00:31:40: Schlimmer wäre es gewesen, wenn keiner mehr über uns geredet hätte.
00:31:42: Es wurde kontrovers diskutiert.
00:31:44: Und wir sind zu dem Sturz gekommen, hey, das war ein super guter Erfolg.
00:31:47: Über ein Drittel der Besucher oder mehr haben gesagt, Mensch, das fand ich gut.
00:31:52: Der Retailerspark war eine super Anlaufstelle.
00:31:56: Deswegen machen wir das jetzt nochmal.
00:31:57: Ist denn das die Zukunft der Domotex auch finanziell, kostsmäßig?
00:32:04: Also wenn du sagst, das war jetzt ein... Erfolg hast du, glaube ich, gesagt?
00:32:07: Also, könnt ihr das dann, seid ihr jetzt fest im zwei Jahresrhythmus?
00:32:11: Also, stand heute, kannst du dir vorstellen, dass ihr das mehrere Jahre so macht?
00:32:18: In der Art und Weise?
00:32:19: Ja,
00:32:19: also, das ist, man muss ehrlich sagen, wir verdienen damit jetzt nicht wahnsinnig viel Geld.
00:32:23: So ehrlich muss man sein.
00:32:25: Und auch, ich weiß nicht...
00:32:27: Klassisches Anfütter, ne?
00:32:28: Hab ich auch mal gehört, ja.
00:32:29: Ja.
00:32:30: Also, wir verdienen damit jetzt nicht wahnsinnig viel Geld, aber genau, Volker, du hast es vorhin auch gesagt, die Messestände werden kleiner.
00:32:35: Ja, und ich glaube, dass es auch nicht, hier geht tatsächlich die Messegesellschaft in ein Investment.
00:32:40: Ja,
00:32:41: das ist so, das ist so.
00:32:43: Aber man darf das auch nicht vergleichen, man darf das auch nicht vergleichen und so lange ist das ein Mittel, um die Domotex wieder zu dem zu machen, wie sie früher war.
00:32:52: Nein, das ist ein Prozess der Heutung, der Neuorganisation, des Ausprobierens, des Antisans, des Überlegen, wie hole ich jetzt wen aus dem Nest, dass er zu mir kommt.
00:33:03: Ich würde das mal als Etappe bezeichnen.
00:33:06: Das ist ein Schritt, wo man mal was ausprobiert, wo man mal testet.
00:33:10: Und das wird sich, wenn dich das weiterhin positiv beläumerten lässt, wird sich das entwickeln und sicherlich nicht mehr in der Art und Weise dann stattfinden, so wie wir es heute machen.
00:33:19: Das nehme ich als eine Konzeptphase wahr.
00:33:21: Genau, sehe ich auch so.
00:33:22: Und
00:33:24: wie siehst du die anderen großen Messen?
00:33:25: Im Übrigen auf die Branchengröße.
00:33:27: Ist da noch Fleisch am Knochen für die nächsten zwanzig Jahre?
00:33:29: Wenn wir jetzt nur von unserer kleinen Welt reden, glaube ich jetzt für drei Leitmessen einfach nicht mehr genug.
00:33:35: Und du siehst es auch, wie die Hallen sich verkleinern, wie die Stände sich verkleinern.
00:33:38: Du siehst, wie die Ergebnisse sich der Unternehmen verkleinern momentan.
00:33:43: Hoher Transformationsdruck auch in den Unternehmen.
00:33:46: Das heißt, auf mittlere Sicht werden die Marketingbudgets für Messen jetzt auch nicht wieder auf altes Niveau hochgefahren.
00:33:55: Ich glaube, man muss sich irgendwie da neu zusammenfinden.
00:33:58: Und ich würde es für sehr klug achten, wenn man hier ein neues Format findet.
00:34:06: Ich kann allerdings ja auch die Leute verstehen, die dann Trennungsschmerz haben.
00:34:10: Eine Farbe als Handwerkeigene Messe sozusagen.
00:34:14: Die gibst du einmal auf und dann ist sie weg.
00:34:19: Die Leute sich da schwer tun, kann ich sehr, sehr gut verstehen.
00:34:23: Na heimtextige war früher ein Feiertag, ja?
00:34:28: Dekoteam und so weiter.
00:34:30: Das war ein Feiertag.
00:34:31: Da gehst du drei Tage hin.
00:34:33: Ach so, heute noch eine Halle oder so, ne?
00:34:35: Oder ein Stall vielleicht.
00:34:37: Wenn man da jetzt nicht was versucht, und das nehme ich jetzt mal beim Retailerspark so als gegeben hin, dass man einfach was versucht, sich auch dahin zu entwickeln, wo man eher dem gar nicht herkommt.
00:34:55: Dann hat man gar keine Chance, dann wird man weiter abschmelzen.
00:34:58: Insofern hatte ich das für ein gutes Ding.
00:35:00: Die Frage ist ja auch, ob die herkömmlichen Markenbezeichnungen so bleiben müssen.
00:35:04: Oder ob der Produktlebenszyklus nicht einfach erledigt hat.
00:35:08: Nee, ich bin keine Domotext mehr, sondern ich bin eine
00:35:12: andere
00:35:12: Domo irgendwas.
00:35:14: Was weiß ich, in der Bau werden wir uns alle miteinander nicht wiederfinden.
00:35:18: Wenn wir es mal auf einer höheren Ebene... diskutieren, dass, was ihr erzählt von früher heimtextil, ist es ja nicht mehr.
00:35:26: Und Dongotex, sagst du auch Sonja, ist nicht mehr so wie früher.
00:35:30: Ist keine Order ein bisschen mehr.
00:35:31: Und
00:35:31: ist nicht mehr so groß und die Sortimente werden anders.
00:35:34: Das heißt, dieses Markenversprechen, was wir alle im Kopf haben und ihr ja noch länger als ich, ist halt nicht mehr da.
00:35:40: Und das meintest du wahrscheinlich, ne?
00:35:43: andere Namen, andere Konzepte dann funktionieren.
00:35:47: Man sieht es ja, Architekt at Work, Flanners Flowing, da entsteht ja eine Menge.
00:35:53: und das Wichtige ist ja, dass was immer bleiben wird, ist jeder will Botschaften verteilen.
00:36:01: Also die Industrie muss ihre Botschaft rausbringen.
00:36:03: Sie hat heutzutage mehr Kanäle zur Verfügung und alle Kanäle müssen sich sortieren und müssen sich verändern.
00:36:13: Oder?
00:36:14: In alter Zeit gab es eben den Social-Media-Bereich nicht.
00:36:18: Heute kann ich jedes Produkt sofort in dem Moment, wo es rauskommt, wo ich meine, ich hätte eine super Idee.
00:36:23: Kann ich das in einer Vielfalt transportieren und reproduzierbar immer wieder anbieten?
00:36:29: Ich kann eben den YouTube-Channel ja immer wieder öffnen oder auferieren.
00:36:36: Das gab es zu Messezeiten früher eben nicht.
00:36:38: Da war diese Method-Plattform so angelegt, dass ich dort meine Neuheiten zeige und transportiere und mich am besten noch in dem Wettbewerbstelle mit anderen Ausstellern, die dann in Summe so attraktiv auftreten, dass da musst du hin.
00:36:55: Dieses Argument für sich allein genommen ist heute nicht mehr so einfach richtig, sondern ich produziere heute meine Marketinginformationen auf anderen Kanälen schneller.
00:37:06: Billiger und ich meine Flannermann-Following-Test ist noch darüber hinaus.
00:37:09: Eigentlich ist das eine Sparmaßnahme gewesen.
00:37:12: Absolut.
00:37:13: Sondern da haben die gesagt, weißte was, das ist uns alles viel zu teuer, das wird auch viel zu wenig.
00:37:17: Wir hoffnen alle mal unsere Hallen und abends gibt es noch ein Wurstbrot dazu und dann ist das alle kommen zu mir und so ist das angefangen.
00:37:25: Die belgische und holländische Bodenbelagsindustrie, die waren sicher spinnefeid früher, die haben ja ein Teufel getan, irgendwas zusammen zu tun.
00:37:32: Und deswegen ist es umso bemerkenswerter, dass die Situation so schlecht war oder kostsmäßig oder wie auch immer so, okay, wir machen zusammen was.
00:37:40: Aber kannst du mal sehen, weil die Zeiten sich geändert haben, weil die Not einfach da war.
00:37:45: Der Druck ist groß genug und das andere Ausstelle, was Eigenes machen, ist auch derselben Ableitung geschuldet.
00:37:52: Aber was ich vorhin noch sagen wollte zum Thema Messen und kriegen wir noch genug Fleisch an Knochen, ich glaube auch ein wichtiger Punkt ist Social Media, alles richtig.
00:38:03: Man kann heute sich mal alles per YouTube und über Instagram und Facebook und LinkedIn und schlach mich tot, alles raushauen, gar keine Frage, aber was fehlt?
00:38:12: ist der persönliche Draht.
00:38:13: Das
00:38:14: wird auch spannend zu sehen.
00:38:15: Also ich bin da völlig bei dir.
00:38:17: Ich bin so aufgewachsen.
00:38:19: Also meine Generation in der Branche, die war nie riesig groß, sie war größer, war nie riesig groß, aber dieser Diese, man, alle kennen sich, viele kennen sich untereinander, auch von vielen Veranstaltungen, so eher der Nasenfaktor im Anführungszeichen.
00:38:34: Alles ist nicht so super professionell gewesen, aber eben sehr empathisch.
00:38:39: Es war vielleicht doch genug für alle da.
00:38:42: Heute müssen die Dinge auch anders funktionieren.
00:38:45: Das ist so ein bisschen die Träne im Knopfloch, die ich da habe.
00:38:48: Das sehe ich auch so, dass das sich so verändert, auch mit neuen Menschen, die in die Branche kommen.
00:38:54: Aber spannend wird natürlich auch... wie der Handwerker damit umgeht.
00:38:57: Denn der Generationswechsel, der steht ja auch noch an oder ist mittendrin.
00:39:01: Und ich kann gar nicht beurteilen, ich glaube nicht, dass ein Handwerker immer den persönlichen Kontakt zu seinem Außendienst oder zu seiner Niederlassung, zu seinem Händler suchen.
00:39:10: Aber ob das noch so ausgeprägt sein wird, wie die Generation, die demnächst in fünf oder sechs oder sieben Jahren in Rente geht, das kann ich beurteilen.
00:39:18: Vor lauter Digitalisierung und Social Media Kram.
00:39:22: Also das Thema Lifetime Balance und so ein ganz Kram, der geht natürlich auch, der zahlt auf diesen... Wirk
00:39:27: ist schon raus, hast du gehört?
00:39:29: Ja, äh... Ja, ich tue mich mit diesem Begriff
00:39:32: schon so schwer.
00:39:33: Ja, es ist ja nur noch live, ist ja kein Wörter.
00:39:35: Aber das war schon ne freutsche Fehl, das ist schon so, ja?
00:39:38: Wirk ist schon raus.
00:39:39: Und das ist etwas... Da hat sich natürlich was geändert, ja?
00:39:44: Also nach siebzehn Uhr einen Termin zu kriegen, ist nicht so ganz einfach.
00:39:47: Freitags, Nachmittags, tut auch nicht unbedingt Not.
00:39:49: Und dann am Wochenende auf Messe auch kommen Wetter nicht, ja?
00:39:53: Aber ich glaube... Gerade dieses Argument eigentlich nach Corona wäre schön oder haben wir auch vermisst, mal wieder zusammenzukommen.
00:40:02: Das explizit unterstreicht den Vergleich oder den vermeintlichen Erfolg der Großhandelsmessen.
00:40:10: Weil dort kommen sie in ihre Community.
00:40:12: Da tauchen sie in ihre eigene, so in ihr eigenes
00:40:16: Netzwerk.
00:40:17: Wohingegen,
00:40:17: wenn sie auf große Leitmessen gehen, sie ... Teil einer viel, viel größeren Bubble sind und da eben nicht sofort am Eingang des Standes per Handschlag begrüßt werden, sondern da müssen die Dächter dann schon mal selber.
00:40:32: Und das ist nicht unbedingt mehr so verbreitet, glaube ich, wie das früher mal war.
00:40:37: Aber das ist ja etwas, was sich auch gegebenenfalls wieder verändern kann.
00:40:41: Nur jetzt sehe ich erstmal, dass sich das Kundenverhalten durchaus an der Stelle auch geändert hat.
00:40:47: Dieses Socializing wird immer noch sehr hoch bewertet.
00:40:50: Produkt- und Verfahrenstechnik wird nicht mehr so hoch bewertet, würde ich sagen.
00:40:56: Das ist sowieso etwas, was einem so ein bisschen Leid tut in unserer Branche, dass die Wertigkeit des Produktes nur von einem Teil unserer Kundschaft überhaupt so gesehen wird.
00:41:09: Das
00:41:09: ist in anderen Gewerkten
00:41:10: durchaus höher angesiedelt, dass die Liebe zu dem Werkstoff, den man jeden Tag verarbeitet, anders ausgeprägt ist.
00:41:18: Das will ich jetzt gar nicht jedem absprechen, das wäre ja auch Quatsch, aber das ist halt nicht in der Weise mit Emotion unterlegt, wie das in anderen Gewerkten teilweise ist.
00:41:27: Aber
00:41:27: wenn wir über Messen gehen, dann ist doch dort, wo es ... laut ist wo was vorgeführt wird wo es raucht immer viel los.
00:41:38: das heißt ich würde also ich geb dir recht dem letzten punkt aber eigentlich mal produkt und anwendungs also thema produkt schau und anwendungs technik zeigen auf messen dass das aus meiner sicht wichtiger wird absolut genauso viel wichtiger wie auch dieses Socializing, wenn ich dann die Leute kenne, also so wie es die Mega zum Beispiel macht oder andere Großhandelsmesse, weil da sehen die Leute neue Produkte, wie es funktioniert, können mit anpacken gucken und auch der Link hin zu die Qualität der Ausführenden wird ja auch nicht besser.
00:42:18: Das heißt, es ist ja umso wichtiger, dass die Leute die auf die Messe kommen, dass denen dann auch gleich zu zeigen und nicht nur über ein Social-Media-Video.
00:42:26: Das stimmt.
00:42:27: Du musst eben genau diesen riesigen Aufwand betreiben, die Leute dann auch davon zu begeistern.
00:42:34: Früher hast du das dargestellt oder sowas.
00:42:36: Heute musst du das mit einem ganz anderen Theater unterlegen, dass die Leute stehen bleiben und sich das anschauen.
00:42:43: Und das Thema Socializing, das ist etwas, was die Kunden explizit da suchen auf diesen Bereichen, aber nicht eben finden auf großen Messen.
00:42:54: Und das darf man nicht unterschätzen.
00:42:56: Und da geht dann ja noch eins weiter.
00:42:59: Die Industrie, wenn man heute mit ihr spricht, dann sagt sie ja bei den großen Messen, ich finde da meine Kunden nicht in großen Maße neu, sondern ich sehe da höchstens die, die ich ohnehin schon kennen.
00:43:11: Und die, die ich ohnehin schon kennen, die habe ich schon auf drei, vier anderen Messen ja schon viel intimer begrüßt.
00:43:17: Das heißt, bin ich in der Lage, Kommen wir dann auch wieder zu Retailers Park und sowas.
00:43:21: Bin ich in der Lage, wieder neue Kundengruppen zu aktivieren?
00:43:26: Weil auch insbesondere in unserem Metier ja die ganze Bronze sich in einer Weise verändert, dass es nicht mehr die klassische Gewerktrennung eigentlich darstellt, sondern wir müssen ja eigentlich sehen, wie können wir den Ausbauer stärker mit ins Boot nehmen?
00:43:39: Wie können wir Fassadentechniker mit ans Boot nehmen, die keinen Malermeister-Titel haben?
00:43:45: Also, wie verändern sich die Gewerkestrukturen und wie holen wir die in unsere Bubble rein und gehen auf so eine Querschnittsmesse?
00:43:53: Dann gewinne ich auch als Aussteller neue Kundengruppen dazu, die ich nicht bei Weigel, nicht bei Wilz, nicht bei Mega schon gesehen habe.
00:44:01: Durch die Synergien.
00:44:02: So, und das ist etwas, wenn einem das gelingt, habe ich auch die Möglichkeit, dieses Produkt wieder zu verkaufen, also dieses Produktmesse.
00:44:10: Heute sagt mir, Ein Industrieaussteller, die Kunden habe ich schon dreimal gesehen und ich habe jetzt auch keine Lust mehr, so wie früher, dann Bier aus Schank und so weiter.
00:44:19: Also das war ja auf der Domotex nie so groß.
00:44:21: An anderen Messen war das deutlich ausgeprägter.
00:44:25: Das macht für mich keinen Sinn.
00:44:26: Die Kunden habe ich alle schon gesehen.
00:44:27: Ich brauche neue Kunden.
00:44:29: Ich brauche den Sprung in andere anliegende Gewerke.
00:44:33: Ich brauche neue Marktzugänge.
00:44:38: Und die Markteintrittsbarriere ist vielleicht ... Für mich viel höher, wenn ich alleine kämpfe, als wenn ich mich als Teil einer Messe sehe.
00:44:46: Wenn ich das projizieren kann, dann glaube ich, hat man eine Chance auch für so ein Ding wieder, wo wir alle von profitieren würden am Ende.
00:44:53: Wenn
00:44:53: wir mal in die Zukunft gucken, ihr beide jetzt, Volker und Sonja, wenn man das mal weiterspint, was wir jetzt so besprochen haben, wann funktioniert Messe, wenn der Kunde, also wenn der Kunde ein gutes Sortiment hat, ein breites Sortiment, bekommt also an Ausstellern, also Richtung Interior Finish und nicht nur ein und er braucht, ja am Ende kurz gesagt, er braucht jemand auf dem Stand, den er kennt.
00:45:16: Das ist ja mein Außendienstmitarbeiter.
00:45:18: Also so funktioniert er die Mega, dann haben wir aber noch das Problem sozusagen an der Domotex, ihr kriegt die Leute nicht ran, die Mega macht ein Busunternehmen irgendwie.
00:45:27: Also ihr holt eure Kunden, die Mega-Kunden ja aus der ganzen Republik.
00:45:32: Müsste man dann, wenn man sagt, Retailers Park ist ein Ansatz, die Zukunft zu gestalten.
00:45:37: Also irgendwie zu gucken, wie können wir Messe so machen, dass es funktioniert?
00:45:42: Wer denn, könnt ihr euch vorstellen, wäre das eine Zukunfts-Szenario, dass man Retailers Park an drei Stellen in Deutschland macht?
00:45:49: In irgendeinem Rhythmus, den man sich überlegen müsste, dass man die Power von einem Großhändler hat vor Ort, dass man die Leute daran kriegt, weil ich Ken ja mein oder man macht eben so eine Geschichte, dass man die Leute dahin kart.
00:46:05: Wer das?
00:46:06: oder ist das ein Hirngespitzen?
00:46:08: Nein, Volker schüttelt schon den Kopf.
00:46:11: Das liegt ja nicht in unserem, jetzt gehe ich mal ganz... Egoistisch nur aus Sicht der Mega vor.
00:46:16: Das liegt ja gar nicht nur in unserem Interesse.
00:46:17: Wir wollen ja die Kunden bei uns haben.
00:46:21: Ihr werdet Teil dieser Messe.
00:46:23: Ja, aber
00:46:23: dann hole ich mit dem, was ich auf die Platte bringe, hole ich dann Kunden ran, die dann nicht nur bei mir stehen bleiben, sondern auch noch zu meinem Wettbewerber gehen.
00:46:32: Genau.
00:46:33: Und wenn der jetzt gerade netter ist als ich, dann stehe ich ja vielleicht sogar mit meinen eigenen Marketingbemühungen ganz blöd in der Hecke.
00:46:39: Kann ja auch noch passieren.
00:46:40: Das will ich ja gar nicht.
00:46:41: Ich glaube, wir müssten stärker differenzieren, wen spreche ich an, weil du sagst immer Retailers Park und Handwerker und sowas.
00:46:49: Die Frage ist, ob eine Messe Domotex primär an den Handwerker adressiert oder an den Architekten oder an den GU oder an den Auftraggeber, der sich irgendwie in diesem Metier auskennt, wie bestimme ich meine Zielgruppe, die ich begrüßen will.
00:47:10: Für den Handwerker ist dieses Wiedererkennen des eigenen Mikrokosmos ganz wichtig.
00:47:18: Für eine Zielgruppe, Architekt oder GU, der Verfahrenstechniken sehen will, der Querschnittelösungen sehen will, der eine andere Hilfestellung sucht, ist das gar nicht so.
00:47:28: das ausschlaggebende Argument.
00:47:30: Der geht da ganz anders durch so eine Messe durch.
00:47:33: Und der internationale Kunde, wo ich einen Zugang bekommen, in andere Märkte, wo wir oder ich, Walker, keine Ahnung von habe, der geht nochmal anders da durch.
00:47:44: Insofern, glaube ich, ist es sehr wichtig, erstmal zu gucken, mit welcher Zielgruppe will ich mich jetzt gerade irgendwo arrangieren?
00:47:50: Worauf gehe ich jetzt los?
00:47:51: Und die reine Handwerkskundenstruktur war im Übrigen noch nie das Prä der Domotex.
00:47:58: Das war noch nie so.
00:48:00: Die hat eine ganz andere Historie.
00:48:01: Das ist eine Order-Messe früher gewesen in Handelsstrukturen.
00:48:04: Dazu noch die abgepassten Teppiche.
00:48:07: Das war ja auch eine ganz andere Welt, die dazu kam.
00:48:11: Eine Handwerker-Messe war das eigentlich noch nie.
00:48:13: War das nie.
00:48:13: War das nie.
00:48:13: War nur die Farbe.
00:48:14: Aber ich sag mal, wenn man tatsächlich einen Fazit sieht bis hierhin, dann ist es für mich eigentlich klar, also im Detail alles hoch spannend, muss man schon sagen, die Großhandelsmessen, sind für das Handwerk und für den Kunden des Großhandels für die Industrie und für die zweistufige Distribution nicht wegzudenken.
00:48:36: Und die werden Bestand haben in unterschiedlichen Größenordnungen.
00:48:40: Sie werden auch sich weiterentwickeln, professionalisieren und auf ihre Kunden einstellen.
00:48:45: Das ist übrigens das, was der Großhandel schon immer gut konnte, sich auf seinen Kunden einstellen und was der denn will.
00:48:51: Branchen messen, können nicht den Anspruch erfüllen, dass das Handwerk oder der Verarbeiter am langen Ende dort ebenfalls hinkommt, sondern werden in der jetzigen Entwicklung sich zu neuen Konzepten durchringen müssen, zu Allianzen durchringen müssen.
00:49:15: Wo es dahin führt, ehrlicherweise ist ja, glaube ich, das Ergebnis an der Stelle noch offen.
00:49:19: Wünschenswert wäre es, zu sagen, lass uns was gemeinsam machen.
00:49:23: Denn ich finde immer, und das mag so ein bisschen nostalgisch sein, so etwas gemeint.
00:49:31: Die Branche ist klein genug.
00:49:32: Sie wird kleiner werden.
00:49:34: Das muss man einfach sagen.
00:49:36: Das gilt für Industrie und für Handel.
00:49:37: Es gibt immer disruptive Ereignisse, die die Branche einfach nochmal kleiner machen und diesen sympathischen Charakter da drin zu haben, dass man etwas gemeinsam macht, im Sinne von eine gemeinsame Plattform als Messe, wo Industrie und Handel sich treffen, wo man in einem vernünftigen Umfeld, sage ich mal, auch von zu verwendbaren Kosten sich treffen kann, Produkte präsentieren kann und Themen sein kann.
00:50:07: Wenn das erhalten bleibt für die Branche, würde ich das gut finden, aber ehrlicherweise gehöre ich auch nicht mehr zu der Generation, die das am Ende noch zwanzig Jahre mit diskutieren.
00:50:20: Das ist ja auch die Wahrheit, sondern da kommen andere.
00:50:22: Und ob die das wollen oder nicht, das entscheiden die ganz allein für sich und nicht ich.
00:50:26: Ja,
00:50:27: die dann auch eine Historie nicht kennen, die auch Markenversprechen nicht kennen von Veranstaltungen und Messen und die dann vielleicht auch ganz emotionslos und radikal sagen, das passt.
00:50:39: für mich und das passt nicht und dann wird einfach mit den Füßen abgestimmt.
00:50:44: Genau, so ist es ja.
00:50:46: Uns interessiert der Handwerker.
00:50:50: Mega gehört zu hundert Prozent Handwerker und das ist das einzige, die einzige Klientel, die ursächlich mich interessiert.
00:50:58: Insofern werden wir alles dafür tun, wo wir glauben, damit können wir diese Klientel besonders gut abholen.
00:51:05: Das ist ein ganz anderer Gedankengang, als ihr den beispielsweise bei der Domotex oder bei anderen Messen gehen müsst.
00:51:11: Doch, was sagst du?
00:51:13: Erste Folge, spannende Gespräch, spannendes Gespräch?
00:51:16: Ja, also wenn wir beiden uns unterhalten, ist es schon spannend, aber jetzt mit diesen beiden sehr kompetenten und sympathischen Gesprächsgästen hat es mir noch mal... mehr Spaß gemacht.
00:51:27: Vielen Dank an euch beiden.
00:51:29: Also
00:51:29: auch von meiner Seite herzlichen Dank.
00:51:31: Ich fand das auch wirklich spannend und habe mir sehr viel Freude gemacht.
00:51:33: Und wir hoffen doch, dass der geneigte Hörer aus der Branche mit uns die Diskussion weiterführt, sich dazu meldet und auch seinen Senf dazu gibt.
00:51:42: Das ist allefach wichtig.
00:51:44: Und ja, vielen Dank.
00:51:46: Danke schön.
00:51:47: Danke sehr.
00:51:51: Das war Sanierungsfall.
00:51:54: der BTOB Podcast vom GHF für die Renovierungs- und Sanierungsbranche.
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